Fragen & Antworten

Studie bemängelt fehlende Sprachkompetenz bei vielen Bremer Schülern

Schüler sitzen im Unterricht und zeigen auf
Bild: dpa | Ben Birchall

Das Ergebnis einer neuen Bildungsstudie fällt für Bremen erneut ernüchternd aus: Vor allem im Fach Deutsch bleiben die hiesigen Neuntklässer deutlich unter dem Bundesschnitt.

Die Neuntklässler in Bremer Schulen haben in einem bundesweiten Bildungsvergleich erneut schlecht abgeschnitten. Zum dritten Mal testete das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) die Leistungen der Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Bundesländern. Ein Überblick über die wichtigsten Aussagen des IQB-Bildungstrends.

Wie sind die Ergebnisse für Bremen im Fach Deutsch?

Sowohl bei Rechtschreibung als auch beim Lesen und Zuhören sind die Leistungen bundesweit schlechter geworden im Vergleich zu 2015. In Bremen und Bremerhaven ist dieser negative Trend besonders deutlich. Ein Drittel der Bremer Neuntklässler, die einen mittleren Schulabschluss machen wollen, erreichen hier nicht den Mindeststandard beim Lesen oder Zuhören. Etwas besser schneiden die Neuntklässler beim Schreiben ab. Hier erreichen 80 Prozent den Mindeststandard.

Wie sind die Ergebnisse für Bremen im Fach Englisch?

Positiver sieht es im Fach Englisch aus. Bundesweit sind die Leistungen der Schüler besser geworden, in Bremen sogar deutlich. Insgesamt liegt Bremen im Ländervergleich im Mittelfeld. Als Grund wird unter anderem genannt, dass der Konsum von Videos in der Originalsprache zunimmt.

Was sagt die Bildungsbehörde zum Ergebnis der Studie?

Das Bildungsressort ist keinesfalls zufrieden mit den Ergebnissen. Die Behörde verweist darauf, dass sie stark von der sozialen Lage abhängen. Also vom Armutsrisiko, dem Beruf der Eltern oder einem Migrationshintergrund.

Wir müssen unsere Anstrengungen gerade in den Schulen, in denen viele Kinder mit besonders großen Herausforderungen beschult werden und in denen sich Bildungsrisiken der Schülerinnen und Schüler kumulieren, weiter erhöhen.

Sascha Aulepp (SPD), Bildungssenatorin

Außerdem müsse man das, was im Englischunterricht gut funktioniert – also Sprechtraining und die stärkere Orientierung an Lese- und Hörverstehen – auch im Deutschunterricht nutzen.

"Dabei müssen wir so früh wie möglich ansetzen. Gerade diese Kinder brauchen besonders dringend einen Kitaplatz, denn hier werden entscheidende Weichen gestellt", sagt Karolin Aulepp. Die Senatorin will die Probleme zum Beispiel mit systematischem Lesetraining in Grundschulen angehen. Hamburg hat mit dem Konzept "Leseband" großen Erfolg erzielt.

Was muss man noch wissen über das Zustandekommen des IQB-Bildungstrends?

An der Studie haben in Bremen fast 2800 Schüler teilgenommen. Das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) testet in regelmäßigen Abständen, ob die von der Politik definierten Bildungsstandards erreicht werden. In Bezug auf die aktuellen Ergebnisse wird einschränkend daraufhin hingewiesen, dass die getesteten Neuntklässler noch ein Jahr Zeit haben, um die MSA-Standards (Mittler Schulabschluss) zu erreichen. Der mittlere Schulabschluss wird in der Regel am Ende der zehnten Klasse erworben.

Studie offenbart erneut Bildungsmisere in Bremen

Bild: Radio Bremen

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  • Portrait von Pascal Faltermann
    Pascal Faltermann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 13. Oktober 2023, 14 Uhr