Stadtmusikanten: 5 einmalige Privat-Exponate jetzt im Museum

Die Kunsthalle hat seine Mitglieder aufgerufen, sich an ihrer Ausstellung zum Märchen-Jubiläum zu beteiligen. Einige Bremer besitzen ganz besondere Kunstwerke.

Kunsthalle Stadtmusikanten
Die Bremer Kunsthalle widmet den Stadtmusikanten eine eigene Ausstellung zum Geburtstag.

Grimms Märchen von den "Bremer Stadtmusikanten" feiert 200-jähriges Jubiläum. Die Kunsthalle Bremen hat deshalb gemeinsam mit dem Staatsarchiv Bremen eine umfangreiche Sonderausstellung vorbereitet. Bis zum 1. September 2019 ist "Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft" in der Kunsthalle zu sehen. Zu den Ausstellungsstücken gehören auch überraschende Exponate wie Plüschtiere, Besteck, Spielzeug und Flaschenöffner. "Das ist unsere Kitsch-Ecke", sagt Kuratorin Jennifer Smailes. Dort werden die Leihgaben der Bremerinnen und Bremer gezeigt, unter denen sich ungewöhnliche Einzelstücke befinden.

1 Neuinterpretation aus Mexiko

Figuren der Bremer Stadtmusikanten gucken aus einem Ei aus Keramik.
Wie aus dem Ei gepellt: Ein mexikanischer Künstler hat die Stadtmusikanten neu interpretiert.

Für Kunsthallen-Leiter Prof. Dr. Christoph Grunenberg sind die Highlights der "Kitsch-Ecke" zwei Figuren, die die Bremer Ulrike und Matthias Hövelmann zur Verfügung gestellt haben. Das reisebegeisterte Ehepaar hat Künstler in Namibia und Mexiko beauftragt, ganz außergewöhnliche Kunstwerke zu schaffen. Die Figur "Stadtmusikanten im Ei" stammt aus Michoacán in Mexiko. Der Künstler Pedro Estudiante ist für seine Keramikeier bekannt, aus denen verschiedene Tiere schlüpfen. Das Ehepaar Hövelmann wünschte sich 1995 die Stadtmusikanten-Version mit Esel, Hund, Katze und Hahn.

2 Drahtiges aus Namibia

Figur der Bremer Stadtmusikanten aus Draht und Perlen.
In Namibia stapeln sich andere Tiere.

Einmalig ist auch die Perlenpuppe "Stadtmusikanten". Mit dieser Arbeit beauftragten Ulrike und Matthias Hövelmann den Künstler Wellington auf einer Reise, die sie 2007 nach Namibia führte. In Windhoek gibt es eine namibische Variante der Stadtmusikanten, die als Vorbild diente: Hier stehen Löwe, Nashorn, Nilpferd und Huhn aufeinander.

Ich finde es toll zu sehen, dass die beiden durch die Welt reisen und die Gelegenheiten nutzen, die Stadtmusikanten gestalten zu lassen. Die Figuren sind einmalig und nicht zu ersetzen.

Jennifer Smailes, Kuratorin

3 Aus Bremerhaven nach Japan

Eine Bronzefigur der Bremer Stadtmusikanten
Das Original dieses Entwurfs steht im japanischen Kawasaki.

Aber auch eine Bremerhavenerin hat ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Die Stadtmusikanten der Künstlerin Kirsten Brünjes stehen seit 1998 in der Einkaufspassage „Moto-Sumi-Bremen-Straße“ im japanischen Kawasaki. Der Entwurf dazu ist jetzt Teil der aktuellen Ausstellung. Zu Verfügung gestellt vom Bremer Dieter Brand-Kruth, der zum Thema Bremer Stadtmusikanten sogar selbst promovierte.

4 Ein Bremer Geschenk für Riga

Figur der Bremer Stadtmusikanten
So sehen die Stadtmusikanten in Riga aus.

1991 hat Bremen seiner lettischen Partnerstadt eine Skulptur der Künstlerin Christa Baumgärtel geschenkt, die vor der Petrikirche in Riga steht. Anders als beim Bremer Vorbild fallen dort die Stadtmusikanten nicht ins Räuberhaus ein, sondern brechen - damals politisch aktuell - durch den eisernen Vorhang. Der "kleine Bruder" der Skulptur ist in der Kunsthalle zu sehen.

5 Lieblingsstück aus der Heimat

Ein Gartenzwerg im Werder-Outfit steht vor einer Figur der Bremer Stadtmusikanten.
Für den Fußball-Fan gibt es die Werder-Variante der Märchenfiguren.

"Diese Exponate zeigen, wie weit die Musikanten gereist sind. Ich freue mich über so viele Neuinterpretationen", sagt Kuratorin Jennifer Smailes. Ihr persönliches Highlight ist allerdings nicht ganz so einmalig: Es ist der Gartenzwerg des SV Werder Bremen mit den Stadtmusikanten aus dem Jahr 2015. "Er vereint alles. Er zeigt Lokalpatriotismus."

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Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Januar 2019, 19:30 Uhr