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Personalmangel: Aufnahmestopp in 17 Bremer Pflegeheimen

  • Die Heimaufsicht hat Aufnahmestopp in 17 Heimen erlassen
  • Den meisten Heimen fehlt schlicht das Pflegepersonal
  • Die Betreiber kritisieren die hohen Auflagen in Bremen
Alte Frau im Rollstuhl auf dem Flur eines Altenpflegeheims .
Im Land Bremen muss die Hälfte des Pflegepersonals in Heimen aus examinierten Fachkräften bestehen. Eine Auflage, die die Betreiber als zu hoch beklagen. Bild: Imago | Photothek

Die Heimaufsicht der Bremer Sozialbehörde hat in 17 Seniorenwohnheimen in Bremen einen Aufnahmestopp verhängt. Das sind fast zehn Prozent aller Einrichtungen. In den meisten Häusern fehlt Personal, teilt die Behörde auf Nachfrage von buten un binnen mit. Demnach nehmen die Heime keine Senioren mehr auf, sobald eine gute Pflege nicht mehr gewährleistet ist. Und wann das der Fall ist, schreibt das Landesgesetz vor: In den Bremer Heimen muss die Hälfte des Pflegepersonals aus examinierten Fachkräften bestehen. Und davon haben immer mehr Betreiber zu wenig. Sie beschäftigen dann sehr oft Zeitarbeiter, um überhaupt genügend Pfleger zu haben.

Die Bremer Sozialbehörde hat bereits in den vergangenen Jahren reagiert und die Ausbildungsplätze von 50 auf 250 aufgestockt. Außerdem haben sie mit den Heimträgern aus der Freien Wohlfahrtspflege einen Tarifvertrag für eine bessere Bezahlung ausgehandelt. Vielen Betreibern reichen diese Schritte aber nicht aus. Sie kritisieren, dass Bremen extrem viel Personal pro Heim vorschreibt. Dadurch gebe es höhere Auflagen als in anderen Bundesländer. Wegen fehlender Fachkräfte werden Aufnahmestopps deshalb zukünftig an der Tagesordnung sein, schätzt die Sprecherin eines großen Heimbetreibers in Deutschland.

Wie der Fachkräftemangel zur Ausbeutung führt

Eine Frau in gelbem Pullover, die eine Brille trägt.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 2. Dezember 2019, 12 Uhr