So will eine Bremer Initiative Platz für Radfahrer schaffen

Die Zahl der Autos in der Stadt muss stark reduziert werden, fordert die Initiative "Platz da". Aber von der Idee sind nicht alle begeistert.

Parkende Fahrzeuge in der Bremer Neustadt.
Die Initiative will mehr Platz für Radfahrer auf Bremer Straßen schaffen.

Für Radfahrer und Fußgänger ist auf den Bremer Straßen zu wenig Platz, zumindest wenn es nach der Initiative "Platz da" geht. Sie will öffentliche Flächen, die derzeit nur von Autos besetzt sind, allen Menschen zugänglich machen. "Das Auto steht im Schnitt 23 Stunden am Tag", sagt Manuel Warrlich. Deshalb seien parkende Autos ein guter Punkt, um das Problem anzugehen.

Die Initiative sammelt Unterschriften für einen Bürgerantrag an die Bremische Bürgerschaft. 4.000 müssen es sein, damit sich das Plenum mit dem Thema befasst. "Derzeit haben wir 400", sagt Manuel Warrlich.

Parkverbote konsequent durchsetzen

Flächengerechtigkeit nennt die Initiative das. Konkret: Bremen soll Parkverbote im ganzen Stadtgebiet rigoroser durchsetzen. Mehr Personal soll auf den Straßen kontrollieren und wo nötig, Falschparker auch konsequenter abschleppen, heißt es im Bürgerantrag an die Bremische Bürgerschaft. Konkrete Zahlen zu Falschparkern kann Manuel Warrlich auf Nachfrage nicht präsentieren. Aber wenn man auf Stadtteile wie das Viertel, die Neustadt oder Findorff schaue, sei das Problem offensichtlich.

Dass es auf den Bremer Straßen eng ist, sieht auch Dirk Matthies vom ADAC Weser-Ems. "Aber die restriktiven Forderungen führen zu nichts", sagt Matthies. Es sei klar, dass sich die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt absehbar verringern wird. Entscheidend für den Erfolg sei aber die Qualität der Alternativen – und das für alle Verkehrsteilnehmer.

Sind mehr Parkgebühren eine Lösung?

Darüber hinaus fordert die Initiative, dass alle Parkflächen in Bremen bewirtschaftet werden. "Parkplätze sind öffentlicher Raum, den man mit seinem Auto privatisiert", sagt Martin Warrlich. Dem solle die Stadt Grenzen setzen. Ob dabei Anwohnerparken oder klassische Parkautomaten die richtige Lösung seien, müsse einzeln geprüft werden. "Man soll ja auch nicht alle Autofahrer vergraulen", sagt Warrlich.

Ein Konzept für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung findet auch Dirk Matthies vom ADAC sinnvoll. "Aber es muss auch gut gemacht sein." Man müsse diejenigen Parkenden an den Rand drängen, die keinen ständigen Bedarf haben. Dabei hat er vor allem Pendler und Menschen im Blick, die zum Einkaufen in die Stadt kommen. "Die müssen dann aber auch gute Alternativen haben", sagt Matthies. "Es darf nicht einfach nur teurer werden, damit niemand mehr hier parkt."

Investitionen wie in Kopenhagen

Ginge es nach der Initiative "Platz da", sollte die Stadt pro Einwohner jährlich 36 Euro in Radwege investieren. So viel investiert die Stadt Kopenhagen jährlich, die als eine der Vorreiter in Sachen Fahrradfreundlichkeit gilt. Aktuell gibt Bremen nach Angaben der Initiative pro Kopf 6,70 Euro im Jahr für Radwege aus. Würde die Bürgerschaft dem Vorschlag folgen, stünden künftig rund 16,5 Millionen Euro jährlich zusätzlich zur Verfügung.

Mehr Platz für Fußgänger

Mehrere parkende Autos im Bremer Viertel

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 29. November 2018, 23:30 Uhr