100 Jahre Oktoberrevolution: Kuriose Parade in Bremen

Panzer, Raketen und Menschen in Sowjetuniformen – und das in Bremen? Aktivisten wollen damit an die Oktoberrevolution in Russland vor 100 Jahren erinnern. Doch es gibt Kritik.

Sie sitzen relativ entspannt auf einem Panzer und rollen mitten durch Bremen: Am Donnerstag haben Aktivisten an die Oktoberrevolution in Russland vor 100 Jahren erinnert. Es sollte eine Demonstration gegen Krieg sein, gezeigt wurden aber etliche Kriegsgeräte, unter anderem Panzer und Gewehre. Laut den Veranstaltern handelte es sich aber um Attrappen.

Aktion soll gegen Krieg sein

Gerhard Kupfer ist Bremer Mitorganisator der Parade, die bereits durch Hamburg gezogen ist und auch noch nach Berlin fahren soll. Er spricht von einer Antikriegsaktion. Mit Verherrlichung von Gewalt oder Militär habe das nichts zu tun. "Die Revolution, angefangen bei der Pariser Kommune, hat die Kriege beendet. Die Oktoberrevolution hat den Ersten Weltkrieg beendet. Die Rote Armee hat uns nach dem Zweiten Weltkrieg befreit und den Krieg beendet. Wir sagen: Wir stehen wieder – wenn nicht schon drin, dann unmittelbar vor einem Dritten Weltkrieg, der schon sehr massiv vorbereitet wird. Unser Motto ist, dem Krieg mit der Revolution zuvorzukommen."

Unser Motto ist, dem Krieg mit der Revolution zuvorzukommen.

Gerhard Kupfer, Bremer Mitorganisator der Parade

Bremer Grünen-Fraktion übt Kritik

Anders sieht das allerdings die Bürgerschaftsfraktion der Grünen. Henrike Müller, stellvertretende Vorsitzende und europapolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, ließ mitteilen: "Ich bin fassungslos, dass es in Bremen möglich ist, den tödlichen und grausamen stalinistischen Terror mit Heldenbildchen von Stalin und militärischem Gerät zu feiern. Dies zeugt von einer ungeheuren Geschichtsvergessenheit und verhöhnt nachträglich all die Opfer, die im Gulag-System gequält und ermordet wurden."

Ich bin fassungslos, dass es in Bremen möglich ist, den tödlichen und grausamen stalinistischen Terror mit Heldenbildchen von Stalin und militärischem Gerät zu feiern.

Henrike Müller, Bürgerschaftsfraktion Grüne

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 2. November 2017, 11:20 Uhr