Liveticker

Corona-Ticker (12. Mai): Doppelt so viele Genesene wie neue Erkrankte

40 Menschen gelten an einem Tag im Land Bremen als neu genesen – 20 Menschen haben sich neu angesteckt. Die Entwicklung im Ticker.

Ein Schriftzug am Boden: Bitte Abstand halten.
Abstand halten bleibt die Devise. Bild: DPA | Sebastian Kahnert

Das war der Liveticker vom 12. Mai. Hier finden Sie den Ticker vom 13. Mai:

+++ Corona-Update aus Bremerhaven +++

Wie ist der Stand der Dinge in Bremerhaven? Aus dem Radio Bremen-Studio berichtet Catharina Spethmann von den Neuigkeiten in der Corona-Krise.

Video vom 12. Mai 2020
Moderator János Kereszti im Studio von buten un binnen, im Hintergrund ist Reporterin Catharina Spethmann zu sehen.

+++ Doppelt so viele Genesene wie neue Erkrankte im Land Bremen an einem Tag +++

Im Land Bremen haben sich 1.079 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Das sind 20 mehr als am Montag. 996 entfallen auf die Stadt Bremen, 83 auf Bremerhaven. In der Stadt Bremen gab es einen Anstieg um 18, in Bremerhaven 2 neue Erkrankte. Gute Nachricht: Es sind fast doppelt so viele Menschen an einem Tag genesen, wie neu erkrankt. Im Land gelten 633 Menschen als genesen, davon in der Stadt Bremen 602 und 31 in Bremerhaven. Das sind in der Stadt Bremen 39 und in Bremerhaven eine Person mehr.

Eine Person starb in Bremerhaven. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 35 im Land Bremen. 32 Menschen starben in der Stadt Bremen, drei in Bremerhaven

+++ Gericht lehnt Anträge gegen Corona-Maßnahmen ab +++

Das Bremer Oberverwaltungsgericht hat zwei Eilanträge gegen die Corona-Rechtsverordnungen abgelehnt. Zum einen wollte der Betreiber eines Fitnessstudios die Öffnung seines Studio erreichen. Die Richter aber halten die Regelung des Senats im Sinne des Infektionsschutzgesetzes für verhältnismäßig, da sich persönliche, körpernahe Kontakte in einem Fitnessstudio kaum vermeiden ließen.

Zudem hatten mehrere Personen einen Eilantrag gegen die sogenannte Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften eingereicht. Darin wurde unter anderem bemängelt, dass Mund-Nasen-Bedeckungen Neuinfektionen nicht vermeiden würden. Das Oberverwaltungsgericht kommt dagegen zu einem anderen Schluss: Mit Verweis auf eine Bewertung des Robert Koch-Instituts könne auch eine einfache Textil-Maske infektiöse Tröpfchen abfangen. Auch würde durch die Verordnung die freie Entfaltung der Persönlichkeit nicht unverhältnismäßig eingeschränkt.

+++ Kontaktverbot bleibt – Treffen zwischen zwei Haushalten möglich +++

Der Bremer Senat hat einige Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise gelockert. In Sozialen Medien führte dies zu zahlreichen Fragen. Nun stellt das Gesundheitsressort auf Nachfrage von buten un binnen klar: Das Kontaktverbot bleibt im Grunde so bestehen, wie es in der Verordnung vom 5. Mai beschlossen wurde. Die heute genannten Punkte sind weitere Ausnahmen dieser Verordnung.

Außerdem sind in Bremen ab morgen, 13. Mai, Zusammenkünfte von Angehörigen aus zwei Haushalten erlaubt. Dabei spielt es keine Rolle, um wie viele Menschen es sich handelt. Natürlich gilt in allen Situationen: Abstand halten! "Die Devise ist: Abstand ist die beste Schutzmöglichkeit vor Infektionen", sagte der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, zu buten un binnen.

Tatsächlich ist diese Regelung auch nicht auf einen Zeitraum beschränkt. In der Theorie darf man jeden Tag einen anderen Haushalt treffen. Das soll es zum Beispiel Familien mit Kindern leichter machen. Vernünftig ist das aber nicht. "Es geht immer auch um den Appell: Seien Sie vernünftig. Jede Begegnung ist ein Risiko. Selbst Verwandtschaft schützt nicht vor Erkrankung", sagte Karen Stroink vom Senator für Inneres zu buten un binnen. "Jedes Treffen mit jeder weiteren Person erweitert auch das Risiko."

Der Kreis der Menschen, mit denen man sich trifft, soll möglichst klein und möglichst gleichbleibend sein.

Karen Stroink, Innenressort

+++ Handelskammer begrüßt Öffnung von Hotels für Touristen +++

Das Haus Schütting am Bremer Marktplatz.
Die Bremer Handelskammer begrüßt, dass nun auch Hotels für Touristen öffnen dürfen. Bild: Senatspressestelle

Die Handelskammer Bremen begrüßt die Entscheidung des Senats, zum 18. Mai 2020 neben Gaststätten die Hotels wieder für Touristen zu öffnen. Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Matthias Fonger sagt dazu: "Das ist ein gutes Signal für den Tourismus in unserem Bundesland. Wir freuen uns darüber, dass auch in diesem Wirtschaftszweig wieder erste Schritte zur Normalisierung des Geschäftsbetriebs gegangen werden können." Wichtig ist aus Sicht der Handelskammer jetzt vor allem, dass die Detailregelungen und Hygienevorschriften pragmatisch und umsetzbar gestaltet werden.

+++ 10.949 bestätigte Coronavirus-Fälle in Niedersachsen +++

In Niedersachsen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen auf 10.949 gestiegen. Das seien 34 mehr als einen Tag zuvor, teilte die Landesregierung mit. Laut Hochrechnung seien 8.945 Menschen – das entspreche 81,7 Prozent der bestätigten Fälle – inzwischen wieder genesen.

518 Menschen sind nach einer Infektion gestorben. In den Kliniken in Niedersachsen werden derzeit 549 Infizierte behandelt, davon 122 Erwachsene und ein Kind intensivmedizinisch. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist im Landkreis Cuxhaven mit 20,6 am höchsten.

+++ Bundespräsident telefoniert mit Bremer Seniorin +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen Mitte März coronabedingt abgesagten Besuch im Stadtteilhaus Kattenesch in Bremen nachgeholt – wenn auch nur telefonisch. Für seine neue Videobotschaft rief er dort an und sprach mit der 87-jährigen Liesel-Lotti Rohmann. "Wie waren die letzten Wochen für Sie? War es besonders einsam?", wollte Steinmeier von ihr wissen und erfuhr: "Zuerst war es sehr schwierig." Und: "Seine Kinder nicht umarmen zu dürfen, das tat sehr weh."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier telefoniert an seinem Schreibtisch mit einer Bewohnerin und einer Mitarbeiterin des Stadtteilhauses Kattenesch der Bremer Heimstiftung".
Ruft Menschen in der Corona-Krise an: Bundespräsident Steinmeier. Bild: DPA | Bundespresseamt-Pool

Steinmeier telefoniert seit Wochen mit den "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise". So nennt er jene Menschen, die zum Beispiel als Ärzte in Krankenhäusern, Mitarbeiter der Telefonseelsorge oder Beschäftigte bei der Müllabfuhr das Land am Laufen halten. Oder Pflegekräfte wie Gaby Weber im Stadtteilhaus Kattenesch, die dort neben Liesel-Lotti Rohmann saß. Da die Angehörigen nicht mehr kommen konnten, hätten sich der Sozialdienst sowie Pflege- und Hauswirtschaftskräfte stärker um die Bewohner gekümmert,
berichtete sie. "Man hat versucht, das so gut, wie es geht, für die Bewohner aufzufangen."

+++ Hafenausschuss setzt Erhöhung der Mieten- und Erbbauzinsen aus +++

Zur Unterstützung der Bremischen Hafen und der Logistikwirtschaft in der Corona-Krise wird die turnusmäßige Erhöhung der Mieten- und Erbbauzinsen für die Hafenbetriebe dieses Jahr ausgesetzt. Das hat die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling (SPD), mitgeteilt. Einen entsprechenden Antrag hat der Hafenausschuss beschlossen. Die Hafen- und Logistikwirtschaft sie sei das Rückgrat der bremischen Wirtschaft und sorge dafür, dass der Handel auch während der Krise möglich bleibe.

Zuvor hatte die Senatorin bereits Stundungsmöglichkeiten der Miet-, Pacht- und Erbbauzinszahlungen für Hafenunternehmen auf den Weg gebracht. Auch die Stundung der Hafengebühren ist zunächst für die Monate von April bis Juni als Sofortmaßnahme möglich. Außerdem will Schilling weiter in die Infrastruktur investieren, um die bremischen Häfen auch nach der Corona-Krise wettbewerbsfähig zu halten.

Mitschnitt der Pressekonferenz über neue Lockerungen

Video vom 12. Mai 2020
Claudia Bogedan und Andreas Bovenschulte mit Gebärdendolmetscherin

+++ Frühförderung soll in der Kita möglich sein +++

In der Schule können Angebote Dritter grundsätzlich nicht stattfinden, präzisiert Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Das betrifft zum Beispiel Nachhilfe-Angebote. In der Kita sehe das anders aus, da dort in separaten Räumen oft Frühförderung stattfinde. Frühförderung müsse möglich sein, so Bogedan.

In der kommenden Woche sollen Freizeitangebote für Kinder wieder vermehrt möglich werden, so Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

+++ Bis zu 1.200 Tests pro Tag seien in Bremen möglich +++

Menschen, die in risikoreichen Einrichtungen leben oder arbeiten sollen bevorzugt getestet werden, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Es könne in Bremen bis zu 1.200 Tests pro Tag geben.

+++ Auch Mitarbeiter der Krankenpflege sollen einen Bonus erhalten +++

Gesundheitssenatorin Bernhard betonte, dass die Bonuszahlungen den Pflegeberuf nicht aufwerte – wichtig sei eine faire Tarifbezahlung. "Wir werden die Tarife anders ausgestalten müssen", sagte Bernhard bei der Senatspressekonferenz. Nicht nur für die Altenpflege, sondern auch für die Krankenpflege müssten die Tarife angepasst werden. Auch in der Krankenpflege solle es laut Bernhard einen Bonus geben.

+++ Veranstaltungen sind weiterhin bis Ende August größtenteils verboten +++

Nicht nur Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen unter freiem Himmel werden bis Ende August in Bremen verboten bleiben, auch Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 200 Leuten bleiben bis Ende August verboten. Es sei sehr schwierig Veranstaltungen wieder zu ermöglichen, so Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). In den kommenden Wochen soll ein umfangreiches Konzept erarbeitet werden, um zu prüfen, welche Veranstaltungen künftig möglich sein könnten. Aktuell seien alle Veranstaltungen verboten, betonte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).

+++ Auch Hotels und Ferienwohnungen sollen ab dem 18. Mai wieder öffnen dürfen +++

Die gleichen Regelungen gelten für Ferienwohnungen, Hotels, Ferienhäuser sowie Campingplätze. Sie dürfen unter Auflagen ebenfalls ab kommenden Montag öffnen.

+++ Strenge Auflagen für Gastronomie und Tourismus +++

Ab dem 18. Mai dürfen Gaststätten, Kneipen und Restaurants nach der geltenden Rechtsverordnung öffnen. Das bedeutet, dass die Tische in einem Abstand von zwei Metern aufgestellt werden und auch zwischen den Beschäftigten und den Gästen müssen eineinhalb Meter Abstand eingehalten werden. Außerdem müssen die Restaurants Kontaktbeschränkungen beachten. Die Gaststätten müssen Listen über ihre Gäste führen, damit sie diese im Falle einer Infektion erreichen können und die Infektionskette nachvollzogen werden kann. Büfetts und Selbstbedienung sind nicht erlaubt. Ebenso müssten die Besucher auf den Plätzen sitzen und dürfen nicht an der Bar stehen, wo der Abstand nicht eingehalten werden könnte.

+++ Zehn Quadratmeter pro Person müssen in Geschäften vorhanden sein +++

Ab Dienstag dürfen auch Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern wieder öffnen, beziehungsweise ihre Geschäfte erweitern. In Bremen müssen pro Person zehn Quadratmeter Platz eingehalten werden, erklärte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

+++ Bremen zahlt Bonus an Pflegekräfte aus +++

Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) kündigte an, dass Bremen mit Unterstützung des Bundes einen Bonus von 1.500 Euro an Mitarbeiter in der Altenpflege auszahlen will. Der Bonus solle im Laufe des Jahren ausgezahlt werden, so Stahmann. Der Bund übernimmt davon 1.000 Euro. Die Länder sollten die 500 Euro dazugeben – oder aber die Arbeitgeber daran beteiligen. Bremen wird die Arbeitgeber jedoch nicht für den Bonus belasten. Der Bonus soll steuerfrei für die Arbeitnehmer sein.

+++ Altenheime sollen spätestens bis zum 25. Mai Besuch wieder ermöglichen +++

In den kommenden zwei Wochen können die Altenheime und Einrichtungen ihre Hygienekonzepte noch vorlegen und überarbeiten, damit Besuche spätestens ab dem 25. Mai wieder möglich sind, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

+++ Ab dem 25. Mai soll jeder Schüler an zwei Tagen in die Schule gehen +++

Laut Bildungssenatorin Bogedan soll jeder Schüler möglichst ab dem 25. Mai an zwei Tagen in der Woche in die Schule gehen. Dazu sollen die Eltern ab dem kommenden Montag informiert werden.

+++ Vorschulkinder sollen bis zum 1. Juni in die Kita zurückkehren +++

Ab dem 18. Mai sollen auch die Kinder in den Kindergarten gehen können, die eine Sprachförderung benötigen, sowie die Kinder, die im nächsten Jahr in die Schule kommen und in einem Brennpunkt-Stadtteil leben. Ab dem 1. Juni sollen dann alle Vorschulkinder wieder in den Kindergarten gehen können. Das Ziel ist laut Bildungssenatorin Bogedan (SPD), dass ab dem 15. Juni rund 50 Prozent der Kindergartenkinder wieder in den Gruppen sind.

+++ Gastronomie und Hotellerie darf ab dem 18. Mai wieder öffnen +++

Bovenschulte sagt, dass die Kitas ab dem 18. Mai weiter geöffnet werden sollen. Außerdem dürfen auch die Gastronomen und die Hotels ab dem 18. Mai wieder öffnen – aber mit strengen Auflagen.

+++ Bremen geht weitere Schritte in Sachen Lockerung +++

Bremen will Klarheit in den Lockerungen, dabei aber vorsichtig bleiben, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei der Senatspressekonferenz. "Die Zahlen müssen die Lockerungen hergeben", sagt er. Das Ziel sei, mit der Pandemie Leben zu lernen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf einer Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen am 6. Mai 2020
Die neuen Corona-Regeln für Bremen hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) auf einer Pressekonferenz verkündet. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Der Senat habe heute mehrere Schritte in Sachen Lockerungen unternommen. Weit in die Zukunft zu planen, sei aber nicht möglich, so Bovenschulte.

+++ Gleich live: Senatspressekonferenz zu den Corona-Lockerungen in Bremen +++

Der Bremer Senat will heute über weitere Corona-Lockerungen entscheiden. Über die Ergebnisse informiert Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) um 13 Uhr in einer Pressekonferenz. Wir übertragen live aus dem Rathaus.

+++ Bundespräsident telefoniert mit Bremer Altenheim +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Arbeit von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegerinnen in der Corona-Krise als "gelebte Solidarität" gewürdigt. Dabei bezog er ausdrücklich diejenigen mit ein, die schwer kranke Angehörige zuhause pflegen. "Sie gehen dabei oft bis an die eigenen Grenzen und darüber hinaus", sagte Steinmeier in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft.

Der Bundespräsident hatte zuvor mit einer Bewohnerin und einer Pflegerin im Stadtteilhaus Kattenesch in Bremen telefoniert – eigentlich wollte er der Einrichtung im März einen Besuch abstatten, dazu kam es wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie dann aber nicht. Zugleich sprach Steinmeier den seit Wochen von ihren Angehörigen isolierten Menschen in Pflegeheimen Mut zu: "Für die, die auf Hilfe angewiesen sind, die unter Einsamkeit gelitten haben in den letzten Wochen, gibt es Hoffnung: Besuche in den Heimen sind bald wieder möglich." Diejenigen, die in Heimen und zuhause alte Menschen pflegen, "leisten Enormes für unser Land", sagte Steinmeier. Zugleich betonte der Bundespräsident, ältere Menschen seien nicht im Abseits, "sondern in unserer Mitte, im Herz unserer Gesellschaft". Niemand sei ersetzbar oder verzichtbar.

Die Aufmerksamkeit und der Schutz der Älteren unter uns entscheiden über die Menschlichkeit unseres ganzen Land

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

+++ Bürgerschaft lässt wieder Gäste zu +++

In der Mai-Plenarwoche des Landtags und der Stadtbürgerschaft sind wieder Gäste zugelassen. Das hat der Vorstand der Bremischen Bürgerschaft in einer Sitzung Ende April beschlossen. Um die zur Eindämmung der Corona-Pandemie geltenden Hygienevorschriften einhalten zu können, wird die Gästezahl jedoch auf maximal 30 Personen gleichzeitig beschränkt. Gruppen können weiterhin nicht zugelassen werden. Für die Besucher ist eine vorherige Anmeldung nötig.

+++ Unterschiedliche Regeln auf ostfriesischen Inseln +++

Die ostfriesischen Inseln dürfen in der Coronakrise selbst entscheiden, welche Regeln genau für Touristen gelten. Unterschiedliche Regelungen gibt es zum Beispiel bei der Anzahl der Übernachtungen. Einige Inseln erlauben einen Aufenthalt erst ab sieben Tagen, andere erlauben auch weniger, lassen die Zimmer für die restliche Zeit aber leer stehen. In einem Punkt sind sie sich alle einig: Der Tagestourismus werde jedoch so schnell nicht wieder möglich – auch wenn er von offizieller Seite erlaubt sei, sagt die Bürgermeisterin Langeoogs, Heike Horn (parteilos).

+++ Niedersächsische Quarantänepflicht nach Auslandsaufenthalt außer Kraft gesetzt +++

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die generelle Quarantänepflicht für Menschen außer Vollzug gesetzt, die aus dem Ausland ins Land einreisen. Damit gaben die Richter dem Eilantrag des Eigentümers einer Ferienhausimmobilie in Schweden statt. Sie setzten damit den entsprechenden Paragrafen der Niedersächsischen Corona-Verordnung einstweilig außer Vollzug. Kein Problem haben die Richter mit einer Quarantäne, wenn konkrete Risikogebiete ausgewiesen werden. Die Entscheidung des Gerichts kann nicht angefochten werden.

+++ Bremer Senat entscheidet über Lockerungen – Besuche in Altenheimen wieder möglich +++

Der Bremer Senat will am Vormittag gegen 11 Uhr über weitere Lockerungen bei den Anti-Corona-Maßnahmen entscheiden. So dürfen unter anderem in ein paar Tagen Gaststätten und Hotels wieder öffnen. Auch kleinere Veranstaltungen wären in Bremen wieder möglich, wenn die Landesregierung die neuen Regeln beschließt.

Ab kommenden Montag könnten Restaurants und Gaststätten in Bremen wieder Gäste empfangen. So steht es in der Vorlage für die Senatssitzung, die buten un binnen vorliegt. Büffets und Selbstbedienung bleiben weiter verboten. Tische müssen so aufgestellt werden, dass anderthalb Meter Abstand zwischen Menschen bleiben – egal, ob Gäste oder Beschäftigte.

Auch Hotels, Campingplätze oder Pensionen dürfen den Betrieb dann wieder aufnehmen. Sie müssen sicherstellen, dass das bestehende Kontaktverbot eingehalten werden kann. Auch kleinere Kongresse, Seminare oder Diskussionsveranstaltungen sind wieder möglich – aber höchstens mit 100 Personen und mit genügend Abstand. Zusammen feiern bleibt aber erst mal tabu.

Jetzt will der Senat außerdem Besuche in Senioren- und Pflegeheimen wieder erlauben. Auch hier gelten strenge Auflagen, damit Alte oder Kranke sich nicht mit Covid-19 anstecken.

+++ Nur 3 Neuinfektionen im Land Bremen +++

Im Land Bremen ist die Zahl der infizierten Menschen um 3 gestiegen. Alle Neuinfektionen gab es in der Stadt Bremen, keine in Bremerhaven. Damit lag die Zahl der Infizierten im Land Bremen bei 1.059, in der Stadt Bremen bei 978, in Bremerhaven bei 81. Eine Person in der Stadt Bremen starb mit der Erkrankung. Die Zahl der Genesenen in der Stadt Bremen liegt bei 563, das sind 21 mehr. In Bremerhaven gelten 30 als genesen.

Auch nach den vergangenen Wochen hatte es nur geringe Anstiege gegeben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsressorts mit.

+++ Evangelische Kitas in Bremen wollen Betreuung für alle Kinder +++

Im Zusammenhang mit der geplanten weiteren Öffnung der
Kindertagesstätten in Bremen macht sich die evangelische Kirche dafür stark, unter bestimmten organisatorischen Voraussetzungen allen Kindern wieder einen Kitabesuch zu ermöglichen. Das könne in Zehnergruppen gelingen, die tage- oder wochenweise wechselnd betreut werden, erklärte der Leiter des Bremer Landesverbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, Carsten Schlepper. Eine weitere Öffnung nach Zielgruppen, wie es der Bremer Senat plane, werfe dagegen Probleme auf, warnte der Kita-Experte.

+++ Behörden warnen: Extremisten wollen Thema "Corona" besetzen +++

Die Bremer Innenbehörde hat vor den Versuchen verschiedener extremistischer Gruppen gewarnt, das Corona-Thema zu besetzen. Hintergrund sind mehrere Demonstrationen am vergangenen Wochenende in ganz Deutschland gegen die geltenden Corona-Einschränkungen, unter anderem auch auf dem Bremer Marktplatz mit etwa 100 Teilnehmern.

Die Bandbreite der Demonstranten am vergangenen Wochenende war laut Bremer Innenbehörde breit gefächert: neben einfachen Bürgern hätten sich auch generelle Impfgegner, Esoteriker und viele Verschwörungstheoretiker unter die Anwesenden gemischt. Zudem Menschen aus dem politisch linken, aber auch aus dem rechtsextremen Spektrum.

Verschwörungstheorien und Fake News im Netz: Wer steckt dahinter?

Video vom 11. Mai 2020
Zwei Anzeigebilder auf der Internetplattform Youtube zeigen Anit-Corona Inhalte.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Mai 2020, 19:30 Uhr