Nach Tod in Polizeigewahrsam: Hunderte Menschen setzen 19-Jährigen bei

  • 19-Jähriger war nach Polizeikontrolle gestorben
  • Viele machten im Internet der Delmenhorster Polizei Vorwürfe
  • Rund 500 Menschen kamen zu der Beerdigung des jungen Mannes
Video vom 11. März 2021
Mehrere Menschen bei der Beisetzung des 19-Jährigen Jungen in Delmenhorst auf dem Friedhof.
Bild: Radio Bremen

Nach seinem Tod am 6. März wurde ein 19-jähriger Mann am Donnerstag in Oldenburg beerdigt. Rund 500 Menschen kamen zur Beerdigung, hielten sich laut Polizei jedoch an sämtliche Corona-Regeln. Der Verstorbene gehörte der jesidischen Gemeinde Oldenburg an. Sein Tod wurde in den vergangenen Tagen heftig diskutiert.

Nachdem er im Polizeigewahrsam in Delmenhorst kollabiert und anschließend in einem Krankenhaus gestorben war, machten Personen auf sozialen Netzwerken die Delmenhorster Polizei verantwortlich. Diese habe durch ihr angeblich brutales Vorgehen den Tod des jungen Mannes zu verantworten, hieß es vielerorts. Die Delmenhorster Polizei wies diese Vorwürfe ihrerseits vehement zurück. Die eigentliche Todesursache ist laut Oldenburger Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen übernommen hat, noch immer unklar. Äußere Gewalteinwirkung sei jedoch auszuschließen.

Gegenüber buten un binnen äußerte sich auf der Beerdigung die Familie des Verstorbenen. "Als Familie sind wir sehr schockiert über den Tod unseres Sohnes", so der Großvater des 19-Jährigen. "Wir wollen aber, dass es in rechtlicher und medizinischer Hinsicht aufgeklärt wird. Dieses Vertrauen haben wir in die entsprechenden Behörden."

Die Familie und ihr Anwalt, Cahit Tolan, hatten ihrerseits eine zweite, private Obduktion in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse aus dieser wollen sie mit dem abschließenden Bericht der Oldenburger Staatsanwaltschaft vergleichen und auf Grundlage dessen entscheiden, ob sie rechtliche Schritte einleiten werden, so Tolan.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. März 2021, 19:30 Uhr