Dieser Künstler hat Bremen 2020 ein Rätsel beschert

Am helllichten Tag stellt der anonyme Künstler eine große Bronze-Skulptur in den Wallanlagen auf – und wird schnell als Bremsky bekannt. Es bleibt nicht bei einer Kunstaktion.

In einem Park steht eine Statue von einem Mann aus Bronze, der einen Einkaufswagen schiebt.
Diese Skulptur ist der erste Streich des Bremer Künstlers, der unter dem Pseudonym Mohamed Smith arbeitet. Bild: Radio Bremen

Im Mai sorgt ein unbekannter Künstler in Bremen zum ersten Mal für Aufsehen und ist seitdem als "Bremsky" bekannt: Er stellt eine Bronze-Skulptur in den Wallanlagen auf. Ein alter Mann, der einen Einkaufswagen vor sich herschiebt. Er ist gebeugt und scheint vom Leben gezeichnet. Das Besondere an der Kunst – sie ist ohne Genehmigung aufgestellt worden. Am helllichten Tag, wie buten un binnen herausfindet. Ohne, dass irgendwer eingeschritten ist.

Der Bronze-Mann bleibt Bremen erhalten, sichert das Kulturressort zu. Eine Zeit lang verschwindet der Bronze-Mann hinter einem Bauzaun, weil die Standfestigkeit der Skulptur noch einmal überprüft und nachgebessert wird.

Bremer Künstler stellt Bronze-Statue in Hamburg auf

Bronzeskulptur in Hamburg.
Mittlerweile musste der Bronze-Graffiti-Sprayer von seinem ursprünglichen Standort entfernt werden, die Stadt Hamburg sucht aber nach einem geeigneten Standort für das Kunstwerk. Bild: Radio Bremen | Maren Schubart

Doch bei dem einen Bronze-Mann bleibt es nicht. Der Künstler, der sich in den sozialen Netzwerken i_am_mohamed_smith nennt, setzt sich bald mit buten un binnen in Verbindung – und gibt mehr Kunstwerke Preis. Eine weitere Bronze-Skulptur enthüllt er im September in Hamburg unter einem Brückenpfeiler am Rödingsmarkt. Dieses Mal ist es ein Jugendlicher mit Spraydose in der Hand, der um den Brückenpfeiler schaut. Ein Barcode auf dem Brückenpfeiler verrät das Pseudonym des Künstlers und den Titel des Kunstwerks.

Mittlerweile musste der Bronze-Junge jedoch umziehen, da sich laut der Stadt Hamburg zu viele Menschen in Gefahr brachten, als sie die vielbefahrene Straße überquerten, um sich mit der Skulptur fotografieren zu lassen. Jetzt sucht die Stadt nach einem geeigneten Standort für das Kunstwerk.

Kioskbesitzerin entfernt aus Versehen Kunstwerk

Im November kehrt der Künstler nach Bremen zurück – und installiert in der Stadt Hundehaufen aus Bronze, deren Standorte er im sozialen Netzwerk Instagram teilte. Eine Schnitzeljagd durch die Stadt – die bei dem Parteibüro der AfD in Bremen endet. Und ihre Fortsetzung in Bremerhaven findet. Doch da verläuft nicht alles nach Plan.

Eine Kioskbesitzerin rückte dem Kothaufen kurzerhand zu Leibe und kratze ihn mit einem Messer von der Straße. Der Künstler räumte ein Versehen ein – der Kothaufen sollte eigentlich an das Parteibüro der NPD gehen. Doch die NPD ist mit ihrem Büro aus dem Haus ausgezogen. Und der Hundehaufen aus Bronze wird jetzt Briefbeschwerer bei Kioskbesitzerin Roswitha Waldmann.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. Dezember 2020, 19:30 Uhr