Humanitäre Sprechstunde ändert ihre Arbeitsweise

  • Neue Öffnungszeiten der Humanitären Sprechstunde
  • Corona-Test auch für papierlose Migranten
  • MediNetz fordert "Anonyme Gesundheitskarte"
Coronavirus -Diagnose (Symbolbild)
Die Humanitäre Sprechstunde richtet sich an Migranten ohne Krankenversicherung. Bild: Imago | Photothek

Wegen der Corona-Pandemie richtet das Gesundheitsamt Bremen seine Humanitäre Sprechstunde für Migranten ohne Krankenversicherung ab sofort unter neuen Bedingungen aus. So wird die Sprechzeit am Dienstag, 10 bis 12 Uhr, in eine telefonische Sprechstunde umgewandelt.

Die Sprechzeit am Donnerstag, 9 bis 11 Uhr, bleibt zwar bestehen. Personen mit Erkältungssymptomen wie Fieber, Husten und Halsschmerzen werden aber gebeten, erst ab 10.30 Uhr zu erscheinen. Auf diese Weise möchte das Gesundheitsamt Ansteckungen vorbeugen. Auch soll in dieser "Infektsprechstunde", sofern erforderlich, ein Corona-Abstrich gewährleistet sein — ohne Überweisung an eine Corona-Ambulanz.

Wie Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts mitteilt, würden positive Befunde zwar dem Ordnungsamt gemeldet und zur Quarantänesicherung genutzt. Allerdings würden die Daten nicht an die Ausländerbehörde weitergeleitet.

Die Humanitäre Sprechstunde richtet sich an papierlose Migranten ohne Krankenversicherung. Sie ist in den vergangenen Jahren jeweils von einigen hundert Personen genutzt worden. Die Menschenrechtsorganisation MediNetz schätzt, dass über 4.000 nicht registrierte Geflüchtete im Land Bremen leben. Um ihre medizinische Versorgung zu gewährleisten, fordert MediNetz, dass der Bremer Senat möglichst schnell eine "Anonyme Gesundheitskarte" für Menschen ohne Aufenthaltsstatus einführt. Bereits im Oktober haben SPD, Grüne und Linke einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft gestellt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 01. April 2020, 23:30 Uhr