Mutterkonzern der Bremer Greensill Bank meldet Insolvenz an

  • Greensill Capital flüchtet sich in Insolvenzverfahren
  • Konzern ist in Verhandlungen mit möglichen Investoren
  • Finanzaufsicht hatte Bremer Greensill Bank letzte Woche geschlossen
Das Gebäude der Greensill-Bank in der Martinistraße.
Die Bremer Greensill Bank wurde von der Finanzaufsicht Bafin geschlossen, Bild: Radio Bremen

Der britische Mutterkonzern der Bremer Greensill Bank, Greensill Capital, hat Insolvenz angemeldet. Das ins Strauchen geratene Unternehmen teilte mir, es gebe Übernahmegespräche mit möglichen Investoren. Das Tochterunternehmen, die Bremer Greensill Bank, war bereits in der letzten Woche von der Finanzaufsicht Bafin geschlossen worden. Die Finanzaufsicht hatte der Bank wegen drohender Überschuldung alle Geschäfte untersagt. Außerdem erging Strafanzeige, offenbar wegen Bilanzfälschung. Bei der Bremer Bank sollen viele deutsche Kommunen Geld angelegt haben. Im Gegensatz zu privaten Anlegern sind deren Einlagen nicht abgesichert. Laut Insidern droht den Kommunen der Verlust von rund 500 Millionen Euro. Unter anderem hatten die Städte Nordenham und Osnabrück bei Greensill investiert. Nach Medienberichten droht Nordenham jetzt ein Verlust von 13,5 Millionen Euro, Osnabrück könnte 14 Millionen Euro verlieren.

2014 hatte Greensill Capital die Nordfinanz Bank in Bremen übernommen und sie in die Greensill Bank umgewandelt. Über die Bank sammelte die Gesellschaft Milliardengelder bei deutschen Privatanlegern und institutionellen Investoren ein, mit denen sie ihre Geschäfte absicherte und refinanzierte.

Unbekannt, aber einflussreich: Wer steckt hinter dieser Bremer Bank?

Video vom 25. November 2020
Das Logo der Greensill Bank
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 9. März 2021, 7 Uhr