Fragen & Antworten

Glasfaser für schnelles Bremer Internet: Startschuss in Schwachhausen

Heute beginnt das Unternehmen Glasfaser Nordwest mit den Bauarbeiten. Wir erklären, was das für Anwohner bedeutet und wie es im restlichen Land Bremen aussieht.

Ein Bündel Glasfaserkabel auf einer Baustelle.
Sorgen für ein schnelle, stabile Internetverbindungen: Glasfaserkabel. Bild: Imago | MiS
Wer verbirgt sich hinter dem Namen "Glasfaser Nordwest", und was hat das Unternehmen vor?
Bei Glasfaser Nordwest handelt es sich um ein kürzlich gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Telekom und des Energieversorgers EWE. Glasfaser Nordwest möchte in den kommenden zehn Jahren bis zu zwei Milliarden Euro investieren, um 1,5 Millionen Haushalte im Nordwesten Deutschlands mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Zudem verspricht das Unternehmen, sein Netz "barrierefrei" für alle Telekommunikationsanbieter zu öffnen. Auf diese Weise sollen sich Kundinnen und Kunden neue Wahlmöglichkeiten zwischen den Anbietern eröffnen.
Was nützt mir ein Anschluss an ein Glasfasernetz?
Glasfasernetze ermöglichen schnellere und stabilere Internetverbindungen als die weithin verbreiteten Kupferkabel. Glasfaser Nordwest verspricht für sein Netz Datenübertragungsraten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das wäre um ein Vielfaches schneller als konventionelle Internet-Verbindungen. Auch bei hoher Auslastung, zum Beispiel abends, könnte das Glasfasernetz konstante Bandbreiten liefern. So zumindest verspricht es der Anbieter.
Verfügen Bremens und Bremerhavens Haushalte und Büros nicht bereits über leistungsfähige Internetverbindungen?
Tatsächlich liegt das Land Bremen im Bundesvergleich weit vorn. So verfügten dem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zufolge Ende März dieses Jahres 97 Prozent der Bremer Haushalte über Internetanschlüsse mit Übertragungsraten von wenigstens 100 Mbit/s, in Bremerhaven sind es sogar 98 Prozent. Lediglich in ländlichen Stadtteilen wie in Strom oder Teilen Borgfelds ist es um die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen schlechter bestellt.
Generell, sagt auch der Chaos Computer Club, ist der Nachholbedarf an leistungsfähigen Internetverbindungen in Deutschland in ländlichen Gebieten wesentlich größer als in den Städten. Dennoch erhofft sich der Bremer Senat viel vom Ausbau des Glasfasernetzes. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) spricht im Zusammenhang mit dem Glasfasernetz von "Zukunftssicherheit".
Wieso geht es in Schwachhausen los, und in welchen Stadtteilen und Umlandgemeinden Bremens und Bremerhavens wird Glasfaser Nordwest als nächstes Kabel verlegen?
Wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilt, darf Glasfaser Nordwest "aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine konkreten Aussagen zu kommenden Ausbauprojekten treffen". Nur so viel: Man werde schon im kommenden Jahr das Ausbaugebiet in Schwachhausen erweitern und wolle innerhalb von zehn Jahren jeden zweiten Haushalt der Region an das Glasfasernetz anschließen.
Die Bundesregierung möchte schon seit Jahren den Ausbau des Glasfasernetzes vorantreiben. Liegt es an der Corona-Pandemie und dem dadurch verbreiteten Homeoffice, dass es auf einmal losgeht?
Zwischen den Digitalisierungsplänen der Bundesregierung und den Arbeiten von Glasfaser Nordwest bestehe kein Zusammenhang, teilt das Unternehmen mit. Glasfaser Nordwest baue das neue Glasfasernetz eigenwirtschaftlich aus und nehme keine staatlichen Förderungen in Anspruch. Auch gebe es keinen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

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Video vom 22. Juli 2020
Martin Palkies sitzt in sienem Garten an einem Laptop.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Juli 2020, 19:30 Uhr