Laut Bericht keine systematische Diskriminierung bei Bremer Gewoba

Der Schriftzug am Firmensitz der Bremer Wohnungsgesellschaft Gewoba
Warum es Abkürzungen für Kopftuch oder Sinta und Roma gab, will die Gewoba-Leitung nun detailliert aufarbeiten. Bild: Imago | Eckhard Stengel
  • Unternehmen untersucht 130 auffällige Datensätze
  • Bei 51 Bewerbern wurde Diskriminierung ausgeschlossen
  • Aufsichtsrat fordert weiteren Bericht an

Der Aufsichtsrat der Bremer Wohnungsbaugesellschaft Gewoba hat sich am Mittwoch mit ersten Erkenntnissen aus einem Bericht des Vorstands zu möglichen Diskriminierungen bei der Wohnungsvergabe beschäftigt. Hinweise auf eine systematische Diskriminierung bei der Gewoba gibt es laut Aufsichtsrat nicht. "Der Aufsichtsrat konnte sich heute davon überzeugen, dass der Gewoba-Vorstand alles dafür tut, die Sachlage umfassend aufzuklären", sagte die Vorsitzende des Gremiums, Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne). Aber auch Einzelfälle seien inakzeptabel.

Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass diskriminierende Einträge im Vermietungsbereich vollständig zu unterbinden sind.

Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne)

Die Gewoba hatte eigenen Angaben zufolge rund 22.000 Datensätze von Wohnungssuchenden  nach Suchbegriffen, Schlagworten und Abkürzungen, die eine "diskriminierende Wirkung entfalten können", untersucht. Bei 130 sei man fündig geworden. Allerdings seien bereits bei 13 davon Diskriminierungen ausgeschlossen worden. "So stand zum Beispiel 'KT' für 'Kundentelefon' und nicht für 'Kopftuch', 'Farbiger' für Wandanstrich und nicht Hautfarbe und die Zeichenfolge 'R+S' (für Roma und Sinti) hatte der Computer in der Notiz 'Vater+Sohn“ gefunden", heißt es in einer Mitteilung.

Weiterer Bericht soll im Juli kommen

38 der restlichen 117 Interessenten seien insgesamt 107 Wohnungsangebote unterbreitet worden. Warum die anderen 79 noch keine Angebote erhalten haben, wird laut Gewoba noch untersucht. Auch warum es überhaupt Abkürzungen für Kopftuch oder Sinta und Roma gab, will die Gewoba-Leitung nun detailliert aufarbeiten.

Laut Bausenatorin Schaefer hat der Aufsichtsrat einen weiteren Bericht des Vorstands für die kommende Sitzung im Juli angefordert. Die weiteren Untersuchungen werden laut Unternehmen intern von der Innenrevision der Gewoba und einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe geführt. Extern seien der Datenschutzbeauftragte eingeschaltet und eine Überprüfung des Vermietungsprozesses vorgesehen.

Bremens Bausenatorin: "Keine systematische Diskriminierung bei Gewoba"

Video vom 4. Juni 2021
Maike Schaefer im Interview
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Juni 2021, 19:30 Uhr