Gesamthafenbetriebsverein vor Insolvenz – 1.300 Jobs in Gefahr?

  • Sanierungsprozess des Gesamthafenbetriebsverein gescheitert
  • Insolvenzverfahren soll eingeleitet werden
  • Unternehmen zählt rund 1.300 Beschäftigte
Containerbrücken auf dem Container-Terminal in Bremerhaven.
Der Sanierungsprozeß für den Gesamthafenbetriebsverein im Land Bremen ist offenbar gescheitert. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Der Gesamthafenbetriebsverein GHB – Personaldienstleister der Hafenunternehmen in Bremerhaven und Bremen – will Insolvenz anmelden. Das bestätigte der Unternehmensverband Bremische Häfen. Die Jobs von mehr als 1.300 Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern sind bedroht.

Die wirtschaftliche Lage habe sich drastisch verschlechtert. Deshalb plant der Unternehmensverband Bremische Häfen jetzt eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Zuvor hatte die Gewerkschaft Verdi mitgeteilt, dass die Sanierung des Unternehmens gescheitert ist. Ursprünglich war geplant gewesen, 900 Beschäftigte in die Hafenbetriebe von Eurogate und BLG zu überführen – darunter mehrere Hundert Beschäftigte, die Autos verladen.

Doch intern gab es mit Betriebsräten immer wieder Streit um Tarifverträge. Der GHBV hat eine mehr als 100 Jahre alte Tradition und gilt als flexible Personalreserve für die anderen Unternehmen im Hafen. Welche Auswirkungen die Insolvenz für diese Betriebe genau hat, ist noch ungewiss. In den vergangen Jahren hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, dass der GHB kurz vor der Pleite steht.

"Nach den harten Wochen und Monaten der Verhandlungen zu Restrukturierungsmaßnahmen für eine Rettung des Betriebs ist das ein harter Schlag für die Beschäftigten. Es muss nun alles dafür getan werden, die Weiterführung zu ermöglichen und die Arbeitsplätze zu sichern", sagte Detlef Ahting, Verdi-Landesleiter in Niedersachsen-Bremen.

Mittwoch sollen auf einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten bekanntgegeben werden.

Autor

  • Dirk Bliedtner

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. November 2020, 19.30 Uhr