Weitere Bewohner aus Bremer Erstaufnahme für Geflüchtete ziehen um

  • Sozialbehörde hat eine weitere Unterkunft in Bremen-Walle in Betrieb genommen
  • Möglichst viele Menschen sollen aus der Erstaufnahme in Vegesack ausziehen
  • Corona-Abstandsregeln konnten dort bisher kaum eingehalten werden
Die Erstaufnahme für Asylbewerber in Vegesack von oben aufgenommen.
In der Erstaufnahmeeinrichtung in Bremen-Vegesack hatten sich zahlreiche Bewohner mit dem Coronavirus infiziert.

Weitere Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Bremen-Vegesack sind umgezogen. Am Morgen hat die Sozialbehörde eine weitere Wohneinrichtung in Bremen-Walle in Betrieb genommen. Das soll die Massenunterkunft in der Lindenstraße in Corona-Zeiten entlasten.

In der Unterkunft in der Überseestadt waren auch früher schon junge Flüchtlinge untergebracht. Jetzt wurde wieder Platz geschaffen für bis zu 40 Menschen. Einziehen sollen dort junge Männer aus der Erstaufnahme. Sie wehren sich Behördenangaben zufolge dagegen, von Bremen in andere Bundesländer verlegt zu werden, wie es eigentlich vorgesehen ist. Bis die Gerichte entschieden haben, muss Bremen sie unterbringen.

Noch knapp 310 Menschen in Erstaufnahmestelle

Die Männer, die jetzt in die neue Unterkunft einziehen, waren zuvor an Covid-19 erkrankt, sind aber genesen. Bald sollen weitere Menschen dort einziehen, die negativ auf Corona getestet wurden. Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) sagte, so könnten möglichst viele Menschen angesichts des Ansteckungsrisikos aus der Erstaufnahme ausziehen. Dort leben laut Behördenangaben jetzt noch 310 Personen in knapp 200 Zimmern.

Kritiker hatten in den vergangenen Wochen bemängelt, dass in der Massenunterkunft die Menschen zu dicht miteinander lebten und die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. In der vergangenen Woche wurden alle Bewohner auf Covid-19 getestet. Ergebnis: Jeder Dritte war infiziert. Alle mussten in Quarantäne.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 30. April 2020, 17 Uhr