Bremen möchte jüdisches Leben mit Festjahr sichtbarer machen

Seit 1.700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland. Im Festjahr 2021 soll auch in Bremen gezeigt werden, wie Juden heute leben.

Ein Davidstern im Licht.
Das Jahr 2021 ist das Festjahr zum jüdischen Leben in Bremen und Bremerhaven. Bild: DPA | Gregor Fischer

Das Judentum in Bremen hat eine bewegte und leidvolle Geschichte hinter sich. Wie wichtig es für die Gesellschaft ist und wie Juden im 21. Jahrhundert leben, das soll ein Festjahr zu 1.700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland zeigen. Die Organisatoren hoffen auf viele Begegnungen.

Zentral dabei sei am 29. August ein Festakt zum 60-jährigen Bestehen der neuen Bremer Synagoge, sagte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Bremen, Elvira Noa, am Donnerstag.

Judentum gehört zu Deutschland und Bremen

"Wir wollen deutlich machen, wie konstitutiv jüdisches Leben für Deutschland ist", sagte Sylvia Löhrmann, Generalsekretärin des Vereins "321 – 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Judentum ist nichts Fremdes, das gehört zu Deutschland.

Sylvia Löhrmann, Generalsekretärin des Vereins "321 – 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland"

Das Jubiläum erinnert an eine am 11. Dezember 321 vom römischen Kaiser Konstantin ausgestellte Urkunde an die Stadt Köln. Sie erlaubte erstmals die Berufung von Juden in öffentliche Ämter auf deutschem Gebiet und gilt als frühster Beleg dafür, dass Juden bereits seit der Spätantike ein wichtiger Bestandteil der mitteleuropäischen Kultur waren.

Veranstaltungen rund um jüdische Kultur

Gebäude der Bremer Synagoge.
In der Bremer Synagoge sollen mehrere Veranstaltungen zum Festjahr stattfinden. Bild: Radio Bremen

Das Festjahr wird bundesweit mit mehr als 1.000 Veranstaltungen gefeiert. Allein zum Bremer Gemeindejubiläum sind zehn Veranstaltungen geplant, um jüdisches Leben sichtbar zu machen, darunter Begegnungen, Konzerte und ein "Tag der offenen Tür" in der Synagoge. Vorträge, Führungen und Exkursionen ergänzen das Programm.

Vieles wird aufgrund der Corona-Pandemie digital angeboten. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In Bremen haben Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff (CDU) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) diese Aufgabe übernommen.

Worpsweder Heimatfotograf fotografierte Juden für die Nazis

Video vom 8. Januar 2021
Zahlreiche schwarz-weiß Fotos an einer Wand.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Februar 2021, 18 Uhr