Im Notfall fährt die Bremer Feuerwehr schon mal Spiegel ab

Falsch parkende Autos behindern Einsatzkräfte immer wieder. Wenn es auf jede Sekunde ankommt, verschaffen sich die Einsatzkräfte den Platz, den sie brauchen.

Feuerwehrwagen in einer engen Gasse.
In engen Straßen hat die Feuerwehr oft Probleme zum Einsatzort zu gelangen.

Die Bremer Feuerwehr hat am Mittwochabend im Viertel getestet, ob sie auch durch enge Straßen ohne Probleme durchfahren kann. Das Ergebnis: Nein. Der Grund: Falschparker.

In der kleinen Straße Sorgenfrei, im Hulsberg-Viertel, zum Beispiel ist kein Durchkommen. Ein Wohnwagen steht zu nah an der Straße. Es fehlen 40 Zentimeter. Böse Absicht unterstellen die Feuerwehrleute nicht: "Die stellen sich nicht aus purer Absicht dorthin, sondern weil sie keine andere Möglichkeit haben, zu parken", vermutet Andreas Mogalle von der Feuerwehr.

Im Notfall fahren die Kollegen von Mogalle auch schon mal Spiegel ab oder rücken Autos mit ihren tonnenschweren Einsatzfahrzeugen weg. Aber auch das kostet Zeit, ebenso wie das Rangieren an Straßenecken.

In Barcelona kostet ein Knöllchen 200 Euro. Das überlegen sich die Leute dann schon eher. Dann fahren die Leute auch in Parkhäuser, wo das Parken Geld kostet. Hier haben die Leute die Erwartung, dass Parken umsonst ist.

Michael Glotz-Richter, Verkehrsbehörde

Michael Glotz-Richter von der Verkehrsbehörde kümmert sich um nachhaltige Mobilität und begleitet die Feuerwehrleute auf ihrer Tour. Er sieht auch die geringen Strafen für Falschparken als ein Grund für das Verhalten der Autofahrer. "Die Menschen in Deutschland sind es gewohnt, dass parkende Autos kaum kontrolliert werden und Knöllchen relativ billig sind."

An diesem Abend wurden gar nicht erst Strafzettel verteilt. Die Feuerwehrleute klemmten lediglich knapp zwei Dutzend Flugblätter, auf denen für ordnungsgemäßes Parken geworben wird, an die Windschutzscheiben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 9. August 2018, 7:50 Uhr