Äußerungen zu Homosexuellen: Polizei ermittelt gegen Bremer Pastor

  • Pastor bezeichnete Homosexuelle als Verbrecher
  • Pastor steht der St. Martini Gemeinde vor
  • Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen
Pastor Olaf Latzel
Weil er Homosexuelle als Verbrecher bezeichnete, ermittelt jetzt der Staatsschutz gegen Pastor Olaf Latzel. (Archivbild) Bild: Imago | EPD

Der Staatsschutz der Bremer Polizei ermittelt gegen den Pastor der Bremer St. Martinikirche. Dabei geht es um den Vorwurf der "Volksverhetzung" im Zusammenhang mit diffamierenden Äußerungen über homosexuelle Menschen. Die Polizei hat buten un binnen den Eingang einer entsprechenden Anzeige bestätigt.

Pastor Olaf Latzel hatte während eines Ehe-Seminars in der Gemeinde Homosexuelle als "Verbrecher" bezeichnet. Die Tonaufnahme vom Oktober 2019 war bis vor Kurzem auf dem Youtube-Kanal des Pastors frei zugänglich – mittlerweile ist es auf privat gestellt. Weiter spricht er dort von einer teuflischen Homo-Lobby, die Einfluss nähme auf Gesellschaft und Kirche.

Latzel selbst bestreitet seine Äußerungen auf Anfrage nicht. Im biblischen Kontext seien Homosexuelle "Sünder", aber seine Kirche heiße Sünder willkommen. Es liege ihm fern, Menschen zu diffamieren, sagt er weiter.

Kontroversen sind für die konservativ ausgerichtete St. Martinikirche an der Schlachte nicht neu. Der Kirchen-Vorstand hatte schon 2008 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Er hatte einer Pastorin verwehrt, von der Kanzel zu sprechen, weil man Frauen im Pfarramt ablehne. Pastor Latzel hatte 2015 in einer Predigt andere Religionen massiv beleidigt. Das staatsanwaltschaftliche Verfahren wurde später eingestellt.

St. Martini wurde immer wieder zum Ziel von Protestaktionen: Unbekannte hatten noch vor wenigen Wochen die Kirche mit Farbe besprüht und das Auto des Pastors zerkratzt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 23. April 2020, 12 Uhr