Bremer Freimarkt 2020 findet als "Freipark" statt – aber ohne Alkohol

  • Senat und Schausteller haben sich auf temporären Freizeitpark geeinigt
  • Alkoholverbot bleibt bestehen
  • Weihnachtsmarkt mit Glühwein könnte möglich sein
Ein Karrussel dreht sich auf dem Bremer Freimarkt.
Nach langem Streit haben sich die Schausteller mit dem Bremer Senat auf das Konzept für den "Freipark" verständigt. (Archivbild) Bild: DPA | Torsten Krüger

Auch in diesem Jahr wird es einen Bremer Freimarkt geben, wenn auch nur in Form eines temporären Freizeitparks. Dieser soll offenbar Freipark heißen – das dazugehörige Motto lautet folgerichtig "Ischa Freipaak!". Darauf haben sich die beiden Bremer Schaustellerverbände und der Bremer Senat an diesem Freitag geeinigt.

Wegen Corona gibt es in diesem Jahr viele Auflagen für das traditionsreiche Volksfest auf der Bürgerweide. Dazu gehört auch ein striktes Alkoholverbot. Das hatten die Schausteller kritisiert und deshalb den Freimarkt generell in Frage gestellt. Nun aber soll er vom 2. Oktober bis 1. November als Freipark stattfinden. Die Schausteller planen, dass die Besucher zwischen einem und zwei Euro Eintritt für den Freipark zahlen müssen. Auf all diese Punkte haben sich beide Seiten nach einem weiteren Gespräch an diesem Freitag verständigt.

Ich bin froh, dass die Schaustellerinnen und Schausteller sich in dieser schwierigen Zeit bereit erklärt haben, diese dem Freimarkt ähnliche Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte während der Pressekonferenz im Rathaus
Andreas Bovenschulte (SPD), Bremens Bürgermeister

Bürgermeister Bovenschulte (SPD) sagte auf der Pressekonferenz, dass der Bremer Senat den temporären Freizeitpark mit bis zu 800.000 Euro unterstützen wird. Außerdem will die Landesregierung die Kosten für das Hygienekonzept übernehmen und die Schausteller sollen auch Ausgleichszahlungen für Flächen bekommen, die wegen der Corona-Auflagen frei bleiben müssen. Die Bereitstellung solcher Gelder wurde laut Bovenschulte zwar auch schon am Dienstag in Aussicht gestellt. "Wir hatten das aber noch nicht so konkret formuliert", sagte der Bürgermeister. Man habe noch mal "ordentlich draufgesattelt", um zusätzliche Marketingmaßnahmen finanzieren zu können, sagte Bovenschulte.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) erklärte, dass sie den Senatsbeschluss vom Dienstag nicht hätte mittragen können. Sie freue sich, dass jetzt ein gemeinsamer Beschluss gefällt werden konnte. Der Bremer Senat habe die finanzielle Unterstützung für den Freipark und für die Schausteller seit Dienstag konkretisiert. So habe man sich mit den Schaustellern am Ende doch einigen können.

Es geht hier auch um die Arbeitsplätze in der Schaustellerbranche. Der Bremer Senat wird die Schausteller finanziell unterstützen.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt
Kristina Vogt (Die Linke), Bremens Wirtschaftssenatorin

Freipark als Test für Weihnachtsmarkt – dann mit Glühwein

Der Vorsitzende des Schaustellerverbands des Landes Bremen, Rudolf Robrahn, sagte, dass sich die Schausteller mit dem Senat auf einen Stufenplan geeinigt hätten. Der Freipark jetzt sei praktisch der Testlauf für weitere größere Veranstaltungen in Bremen. Im Blickpunkt sei dabei besonders der Weihnachtsmarkt. Sollte alles reibungslos ablaufen könnte auch der Weihnachtsmarkt stattfinden – und dann sogar mit Glühwein. Das bestätigte auch Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke). Natürlich müsse man dabei aber auch die Entwicklung der Infektionszahlen im Blick behalten.

Logo des temporären Freizeitparks "Ischa Freipaak".
"Ischa Freipaak!" lautet das Motto für den Freimarkt-Ersatz in Corona-Zeiten. Bild: Arbeitsgemeinschaft der Bremer Märkte

Die Vertreter der Schausteller, Rudolf Robrahn und Susanne Keunecke, erklärten, dass dieser Stufenplan auch ausschlaggebend für sie gewesen zu sein, ihre Meinung zu ändern und einem Freipark ohne Alkohol zuzustimmen. Damit hätten die Schausteller im Land Bremen eine Perspektive und man könne jetzt wieder loslegen.

Die Schausteller wollen jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, die Planungen für den Freipark voranzutreiben. Schließlich müsse schon bald mit dem Aufbau begonnen werden. Nach Angaben von Susanne Keunecke werden etwa 100 Schausteller mit ihren Fahrgeschäften und Buden im Freipark vertreten sein.

Mitschnitt der Senats-PK pro Bremer Freimarkt

Video vom 11. September 2020
Rudolf Robrahn und Susanne Keuneke während der Pressekonferenz im Bremer Rathaus
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Milan Jaeger
  • Birgit Sagemann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. September 2020, 19:30 Uhr