Hunderte Menschen demonstrieren in Bremen gegen Upload-Filter

  • Demonstranten kritisieren EU-Urheberrechtsreform
  • Sie wollen Upload-Filter stoppen, die Inhalte kontrollieren und sperren könnten
  • Upload-Filter sorgen auch für Streit in der Koalition auf Bundesebene
Gut 600 Menschen demonstrierten in Bremen gegen die Urheberrechtsrefom der EU – vor allem Upload-Filter.

Aus Angst vor massiven Einschränkungen durch die geplante EU-Urheberrechtsreform sind am Sonntag hunderte Menschen in Bremen auf die Straße gegangen. Sie forderten einen freien Meinungsaustausch und eine faire, gerechte Urheberrechtsreform, wie Dominic Kis von der Initiative "Save The Internet" sagte. Vom Hauptbahnhof aus zogen die Protestler in Richtung Innenstadt. Auf den Schildern waren Sprüche wie "Terrorfilter wird technisch auch nicht funktionieren" oder "Meinungsfreiheit ist in diesem Land nicht verfügbar" zu sehen.

Was ist ein Uploadfilter?

Zu sehen ist eine grafische Darstellung von einer Webseite mit Youtube, Facebook und Instagram Ikons.

Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 700, die Initiatoren sprachen von bis zu 3.500. Die sogenannten Upload-Filter sind den Demonstranten ein Dorn im Auge. Sie sollen bei Plattformen wie Youtube Inhalte kontrollieren, bevor sie hochgeladen werden. Ziel ist festzustellen, ob Nutzer die Urheberrechte Dritter verletzen. Die Demonstranten kritisieren sie als fehleranfällig und kostspielig. Zudem könnten sie legale Meinungsäußerungen und kreative Werke blockieren. Ferner argumentierten die Gegner, dass kleinere Plattformen von der Existenz bedroht seien.

Die geplante Urheberrechtsreform sorgt auch für neuen Ärger in der Berliner Koalition – vor allem um die Upload-Filter streiten SPD und CDU. Eines zumindest ist beiden Koalitionspartnern gemein: Beide sind gegen den Einsatz der Filter. Doch während die CDU nur einen Verzicht in Deutschland erwägt, will die SPD die Filter in ganz Europa verhindern.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. März 2019, 19:30 Uhr