Fragen & Antworten

Coronavirus: Wie erkläre ich's (m)einem Kind?

Für Kinder sind die Geschehnisse rund um das neuartige Coronavirus oft schwer begreifbar. Ein Bremer Kinderarzt erklärt daher alle Fragen so, dass jeder sie versteht.

Ein Mann erklärt seinem Sohn etwas
Auch Kinder bekommen derzeit mit, dass sich Erwachsene wegen des Coronavirus sorgen. Bild: Imago | PhotoAlto

Vor allem Eltern, Erzieher und Lehrer stehen gerade vor der Aufgabe, Kindern begreiflich zu machen, was es mit dem Coronavirus auf sich hat – und dabei Dinge erklären zu müssen, die selbst für Erwachsene nicht immer leicht zu verstehen sind. Für die wichtigste Botschaft hält der Bremer Arzt Stefan Trapp diese: Kinder brauchen vor der Krankheit keine Angst zu haben. Für die gängigsten Fragen der Kinder sind hier seine Antwortvorschläge.

Warum kann man manchmal krank werden, wenn man einen anderen Menschen nur die Hand geschüttelt hat?
Die Krankheit, die das neue Coronavirus auslöst, ähnelt einer Grippe. Das heißt, die kranken Menschen husten viel, vielleicht läuft auch die Nase oder sie niesen. Wenn man sich die Nase putzt oder beim Husten die Hand vor den Mund hält, kommen mit der Spucke und dem Schnupfen ganz viele Viren an die Hand. Diese Viren sind so mickrig klein, dass sie für Menschen unsichtbar sind. Dennoch bleiben sie an der Hand kleben, oder auch an Türklinken oder Haltegriffe im Bus. Wenn ein gesunder Mensch dann dem Kranken die Hand gibt oder die gleiche Türklinke anfasst, hat er die Viren selbst an der Hand. Und wenn man dann etwas isst, den Finger in den Mund steckt oder popelt, dann kann man sich anstecken. Denn so schafft es der kleine, unsichtbare Virus in den Körper. Und das kann die Krankheit auslösen.
Wie finde ich heraus, ob ich das Virus habe?
Im Moment versuchen wir in Deutschland noch, die Kranken von den Gesunden zu trennen. So sollen sich weniger Menschen von anderen anstecken. Wenn Kinder, ihre Eltern oder nahe stehende Menschen krank werden, und wenn sie vor kurzem in China, im Iran, in Italien oder einer anderen Region waren, wo es viele Erkrankte gibt, sollte man zumindest vorsichtig sein. Und wer Kontakt mit einem Menschen hatte, bei dem das Virus schon sicher nachgewiesen wurde, sollte sich auf jeden Fall testen lassen, wenn er selber krank ist. Kinderarzt- oder Hausarztpraxis sollten vorher aber immer angerufen werden! Denn wer einfach so zum Arzt geht, könnte vielleicht noch andere Kinder anstecken.
Wie hat es der Virus von China nach Bremen geschafft?
Viele Menschen reisen zwischen China und Europa hin und her, weil wir miteinander Geschäfte machen oder Europäer in China und Chinesen in Europa Urlaub machen. Das Problem dabei ist, dass die Menschen zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem eigentlichen Beginn der Krankheit zunächst noch einige Tage ganz gesund wirken. Deshalb gehen manche Infizierte auch noch auf Reisen, da sie gar nicht wissen, dass sie sich schon angesteckt haben. So war es zum Beispiel bei dem ersten Patienten in Deutschland. Er hat sich bei einer chinesischen Arbeitskollegin angesteckt. Sie war aus Wuhan gekommen. Das ist eine riesengroße Stadt, wo der Virus zuerst entdeckt wurde und wo im Moment leider die meisten Menschen auf der Welt an Corona erkrankt sind.
Darf ich bald nicht mehr mit anderen Kindern spielen?
Nach den ersten Erfahrungen werden auch infizierte Kinder meist nicht schwer krank. Kinder haben also sowieso ein kleineres Risiko als zum Beispiel sehr alte Menschen oder Erwachsene, die schon nicht so ganz gesund sind. Kranke Kinder, die zum Beispiel Fieber haben, sollten aber lieber zu Hause bleiben. Für alle anderen gilt: Jeder darf weiter nach Lust und Laune miteinander spielen – auch wenn er ein bisschen erkältet ist. Besonders wichtig ist aber, sich öfter gründlich die Hände zu waschen.
Was kann ich im Kindergarten oder in der Schule tun, damit möglichst alle gesund bleiben?
Für die neue Virus-Krankheit, die Wissenschaftler "COVID19" nennen, gelten dieselben Regeln wie bei der "normalen" Grippe: Wenn man husten oder niesen muss, dann bitte gegen den Ärmel am Oberarm oder in die Ellenbeuge. Und bitte nicht in die Hand und erst recht niemandem ins Gesicht niesen. Hände waschen, vor allem vor dem Essen, ist sehr wichtig. Schwerer erkrankte Kinder, die zum Beispiel Fieber haben, schlecht atmen können oder sich sehr abgeschlagen fühlen, sollten Schule und Kindergarten aber lieber nicht besuchen, bis sie sich besser fühlen.

Mitschnitt: Wie gut ist Bremen auf den Coronavirus vorbereitet?

Video vom 2. März 2020
Kaarina Hauer und Martin Götz

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Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Zebra Vier, 1. März 2020, 8:45 Uhr