Erste Drive-In-Station für Gurgeltests startet in Bremen

Seit dieser Woche kann man sich auf einem Parkplatz in der Bremer Überseestadt auf das Coronavirus testen lassen – und das ohne Abstrich. Die neue Station setzt auf Gurgeltests.

Ein Mädchen schüttet sich eine Flüssigkeit in den Mund, um damit zu gurgeln.
In Bremen gibt es jetzt die erste Drive-In-Gurgel-Teststation. Statt des Abstrichs mit dem Wattestäbchen kommen dort Gurgeltests zum Einsatz. Bild: DPA | Georg Hochmuth

Am Montag hat in Bremen die erste Drive-In-Station für Corona-Gurgeltests auf dem Parkplatz neben dem Schwarzlichthof in der Überseestadt eröffnet. Schnell und unkompliziert soll das Verfahren sein: Testwillige fahren mit dem Auto vor und bleiben auch während der Probenentnahme darin sitzen.

Das Testergebnis soll innerhalb von 24 Stunden vorliegen. "Die getesteten Personen werden per SMS informiert", sagt der Bremer Unternehmer Henning von Freeden. Er betreibt die Teststation zusammen mit einer Hamburger Firma, die dort bereits ein Testzentrum aufgebaut hat.

Gurgeln mit Kochsalzlösung

Das Neue an der Bremer Teststation ist nicht nur die Drive-In-Variante, sondern auch das Testverfahren. Die Proben werden über einen Gurgeltest genommen. Wer sich testen lassen möchte, bekommt einen kleinen Becher mit einer Kochsalzlösung, mit der mehrere Sekunden lang gegurgelt wird. Die Flüssigkeit geht dann zurück in den Becher und von dort weiter ins Labor. Das oftmals unangenehme Einführen eines Stäbchens in den Rachen oder die Nase ist also nicht mehr nötig. In anderen Städten, wie etwa in Hamburg, gibt es dieses Testverfahren bereits.

Laut Betreiber Freeden wird die abgegebene Flüssigkeit nach dem PCR-Verfahren getestet. Es gilt allgemein als zuverlässigstes Testverfahren und im Vergleich zu den Antigen-Schnelltests als genauer. Auch der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb sieht in den Gurgeltests eine gute und zuverlässige Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Möglichkeit, um Tests zu sparen

Für Zeeb hat das Verfahren einen Vorteil: "Man kann den Speichel von 20 Personen zusammenkippen und das dann mit einem PCR-Test testen. Ist das Ergebnis negativ, hat man 19 Tests gespart." Nur im Falle eines positiven Ergebnisses müssten die Proben noch einmal einzeln per PCR ausgewertet werden, so der Epidemiologe.

Der Ablauf des Drive-In-Tests ist laut Betreiber Freeden einfach: Testwillige registrieren sich über eine Homepage, wählen einen Termin aus und bezahlen 34,95 Euro. Anschließend erhalten sie einen QR-Code auf ihr Smartphone. Mit diesem und mit ihrem Personalausweis identifizieren sich die Testwilligen in der Station. Danach geht es direkt weiter zum Gurgeltest, der von speziell geschultem Personal durchgeführt wird.

Für Betreiber Freeden bieten die Tests zuverlässig eine günstige und schnelle Sicherheit: "Sie könnten somit auch eine mögliche Exitstrategie für eine Rückkehr in den Alltag sein." Zum Beispiel, wenn es um die Frage geht, ob die Gastronomie wieder öffnen darf.

Start-Up eröffnet neues Testzentrum für Corona-Schnelltests in Bremen

Video vom 12. Januar 2021
Reporter Holger Baars, der einen Corona Test durchführen lässt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Catherine Wenk Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 15. Februar 2021, 7 Uhr