Infografik

Wo stecken sich Bremerinnen und Bremer mit Corona an?

Ob Schule, Arbeit oder im Privaten: Momentan steigen die Corona-Infektionen im Land Bremen ohne einen erkennbaren Hotspot. Eine Studie versucht dem nachzugehen.

Video vom 25. März 2021
Feine Tröpfchenfliegen durch die Luft vor Mund und Nase einer Person (Symbolbild).
Bild: DPA | Andreas Franke
Bild: DPA | Andreas Franke

Seit gut einem Jahr Pandemie bleibt die Frage: Wo stecken sich die Menschen im Land Bremen mit dem Coronavirus an? So einfach ist das nicht zu klären. Denn die Infektionen verteilen sich laut Bremer Gesundheitsressort gerade auf alle Lebensbereiche wie den Arbeitsalltag, die Schule oder das Privatleben. Einzelne Infektions-Hotpots lassen sich in Bremen und Bremerhaven nicht erkennen, so Alicia Bernhardt, Sprecherin der Bremer Gesundheitsbehörde.

Neben der 7-Tage-Inzidenz orientieren sich Politiker und Wissenschaftler an der Reproduktionszahl. Liegt der sogenannte R-Wert über 1, steigt die Zahl der Infizierten, liegt er unter 1, sinkt sie. Wissenschaftler der TU Berlin haben nun errechnet, welchen Einfluss einzelne Bereiche auf das Übersteigen dieser Schwelle haben: Beim Shopping steigt der Wert nur um 0,03. In Schulen und Kitas, aber auch am Arbeitsplatz sind es 0,2, hier ist der Einfluss auf das Infektionsgeschehen deutlicher. Die Studie zeigt: Am ehesten infiziert man sich zu Hause in den eigenen vier Wänden.

Theoretische Corona-Ansteckungsorte

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Berliner Studie zeigt nur theoretische Ansteckung

Bei der Studie der TU Berlin wurde das Infektionsrisiko anhand der die Aerosolausbreitung und der Kontaktdauer errechnet. Für den Bremer Epidemiologen Hajo Zeeb ist das ein interessanter Ansatz: Die Studie zeigt potentielle Infektionsorte.

Ob sich Menschen dort in der Realität infizieren, das zeigt die Studie unter Laborbedingungen nicht, so der Epidemeologe. Und das genauer zeigen zu können, bräuchte man laut Zeeb Studien, die detailliert zeigen, wo Menschen mit einem späteren positiven Corona-Test wirklich vorher gewesen sind.

Infektionsorte in Bremen häufig unbekannt

Doch den Infektionsort kann man in Bremen nur bei rund jedem fünften positiv auf Corona Getesteten nachvollziehen, so der Epidemeologe. Gerade der private Bereich sei schwierig zu kontrollieren, so Zeeb. Doch dort beobachtetet die Bremer Gesundheitsbehörde Infektionsketten. Um aus den theoretischen Werten der TU Berlin einen Rückschluss auf die realen Infektionen zu ziehen, müsste man weiter forschen.

Zeeb könnte sich vorstellen, Corona-Infizierte und nicht Infizierte gleichermaßen zu befragen und die Antworten zu vergleichen: "Damit sind wir auf den Unterschieden auf der Spur und können daraus ein Profil erstellen, wo die Ansteckung und die Kontakte besonders risikoreich sind."

Coronamüdigkeit in Bremen angekommen

Was das Gesundheitsressort momentan über das Bremer Infektionsgeschehen sagen kann: Gerade junge Bremerinnen und Bremer infizieren sich vermehrt mit Corona. Bei den 20 bis 39-Jährigen gibt es besonders hohes Infektionsgeschehen. "Am wenigsten betroffen sind die über 60-Jährigen, noch weniger die über 80-Jährigen", erklärt Alicia Bernhardt vom Bremer Gesundheitsressort. Dort vermutet man, dass es eine sogenannte Coronamüdigkeit gibt und die Abstands- sowie Hygienemaßnahmen nicht mehr eingehalten werden.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. März 2021, 19:30 Uhr