Exklusiv

Ibrahim M. in Abschiebehaft – Anwalt will Beschwerde einlegen

  • Ibrahim M. sitzt nach buten un binnen-Informationen in Abschiebehaft
  • Laut Richter besteht bei dem Clan-Mitglied Fluchtgefahr
  • Anwalt will dagegen Beschwerde einreichen
Ein Angeklagter, dem von einem Polizisten im Gerichtssaal die Handschellen abgenommen werden.

Nach seiner Rückkehr nach Bremen ist das einflussreiche Clan-Mitglied Ibrahim M. in Abschiebehaft genommen worden. Wie buten un binnen erfuhr, sieht der zuständige Richter Fluchtgefahr. Das Gericht folgt damit einem Antrag der Innenbehörde.

Der Anwalt von Ibrahim M., Albert Timmer, will nun Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts einlegen. Das sagte er am Abend zu buten un binnen. Sein Mandant dürfe außerdem nicht erneut in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" – wie er es nennt – abgeschoben werden. Schließlich habe Ibrahim M. einen Antrag auf Asyl eingereicht, über den zunächst entschieden werden müsse.

Anwalt: Ibrahim M. im Libanon bedroht

Das Clan-Mitglied M. war nach Angaben seines Anwalts vor einigen Tagen wieder nach Deutschland eingereist und hat am Mittwoch in Bremen Asyl beantragt. Er sei im Libanon mit dem Tod bedroht worden, ließ M. zur Begründung über seinen Anwalt mitteilen. Beim Verlassen der BAMF-Außenstelle in Bremen-Nord war er von der Polizei festgenommen worden.

Laut Innenbehörde besteht ein Einreise- und Aufenthaltsverbot gegen M. Dessen Einreise sei daher offensichtlich auf illegalem Wege erfolgt, entsprechende strafrechtliche Ermittlungen seien eingeleitet worden, teilte eine Sprecherin mit. M. drohen deswegen bis zu drei Jahre Haft. Wegen seiner Einreise ohne die erforderlichen Papiere hat Ibrahim M. Selbstanzeige erstattet. M. will seinem Anwalt zufolge gegen seine unangekündigte Abschiebung vor gut drei Monaten klagen.

M. bereits zu sechsjähriger Haftstrafe verurteilt

Dem Clan, dem Ibrahim M. angehört, wird organisierte Kriminalität vorgeworfen. Ibrahim M. war 2014 zu einer sechsjährigen Haftstrafe wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilt worden, befand sich aber nach mehreren Jahren im Gefängnis wieder auf freiem Fuß. Im vergangenen Juli wurde er in den Libanon abgeschoben und dort kurze Zeit später freigelassen. Nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft liege gegen das Clan-Mitglied im Libanon nichts vor, hieß es damals aus libanesischen Justizkreisen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 30. Oktober 2019, 15 Uhr