Medienbericht: Bremerhavener Lloyd-Werft soll vor Verkauf stehen

  • Sondierungsgespräche für Verkauf der Lloyd-Werft sollen bereits laufen
  • Grund sollen finanzielle Schwierigkeiten des Honkonger Mutterkonzerns sein
  • Bremerhavener Rönner-Gruppe soll Kaufinteresse haben
Video vom 4. Dezember 2020
Ene Fahne weht vor blauem Himmel. Darauf die Aufschrift "Lloyd Werft".
Bild: Radio Bremen

Die Lloyd-Werft aus Bremerhaven soll nach einem Bericht der Nordsee-Zeitung vor einem Verkauf stehen. Im Moment gehört sie zu den krisengeschüttelten MV Werften in Wismar und derem asiatischen Mutterkonzern Genting. MV-Geschäftsführer Carsten Haake erklärte die Situation am Donnerstag im Finanzausschuss von Mecklenurg-Vorpommern: "Es geht jetzt darum, dass Genting und der Bund eine Lösung finden und wir dann in dieser Lösung einen großen Teil mitbringen werden. Dass Schiffe weitergebaut werden können, das bleibt unser oberstes Ziel." Haake bestätigt gegenüber der Nordsee-Zeitung, dass ein Verkauf der Lloyd-Werft Thema ist. Auch die Bremerhavener Rönner-Gruppe gehöre zu den Interessenten und es gebe bereits erste Sondierungsgespräche.

Erst vor fünf Jahren kaufte der Konzern aus Hongkong die Lloyd-Werft. "Wir denken, mit Investitionen kann das hier wieder ein sehr aktiver Schiffbau-Standort werden", sagte damals Tan Sri Lim Kok Thay von Genting. Die Politik rollte den asiatischen Investoren den roten Teppich aus. Der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hieß sie höchstpersönlich willkommen. "Besser kann ich mir das als Oberbürgermeister gar nicht vorstellen. We are very happy. You are very welcome in Bremerhaven", so Grantz.

Derzeit liegt der Forschungs-Eisbrecher "Polarstern" an der Kaje der Lloyd-Werft. Und vor neugierigen Blicken versteckt, entsteht eine Super-Yacht für Milliardär Roman Abramovich. Doch große Investitionen blieben aus. Seit der Corona-Krise soll Genting nun in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten sein. Weitere Informationen zu einem möglichen Verkauf der Bremerhavener Lloyd-Werft waren von den Beteiligten zunächst jedoch nicht zu bekommen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. Dezember 2020, 18 Uhr