Kein Alkohol, kein Freimarkt: Bremer Schausteller lehnen Auflage ab

  • Schaustellerverband des Landes Bremen kritisiert Alkoholverbot
  • Schausteller befürchten zu große Einnahmeverluste
  • Corona-Regeln seien auch mit Alkohol einzuhalten
Video vom 8. September 2020
Rudolf Robrahn im Interview bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

Der Schaustellerverband des Landes Bremen will den Bremer Freimarkt nicht unter den vom Bremer Senat vorgelegten Bedingungen durchführen. Das sagte der Vorsitzende des Schaustellerverbandes des Landes Bremen, Rudolf Robrahn, zu buten un binnen. Er befürchtet, dass wegen des zur Bedingungen gemachten Alkoholverbots zu wenige Besucher kommen könnten, um den Freimarkt wirtschaftlich durchführen zu können.

Am Dienstag hatte der Bremer Senat ein Konzept vorgelegt, mit dem der 985. Freimarkt in Form eines temporären Freizeitparks auf der Bremer Bürgerweide stattfinden könnte. In diesem sind einige Bedingungen formuliert, die die Schausteller erfüllen müssten, um den Freimarkt trotz Corona durchführen zu dürfen. Größter Streitpunkt dabei ist das generelle Alkoholverbot. Die Schausteller hatten bis zuletzt darauf gehofft, wenigstens Wein und Bier verkaufen zu dürfen.

Schausteller: Freizeitparks funktionieren ohne Alkohol nicht

Die Erfahrung mit den bisher in diesem Jahr in Deutschland durchgeführten temporären Freizeitparks zeige, dass solche mit einem generellen Alkoholverbot nicht funktionierten, sagte Robrahn.

Die Freizeitparks mit einem generellen Alkoholverbot haben überhaupt nicht funktioniert und wurden frühzeitig eingestellt.

Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes des Landes Bremen, Rudolf Robrahn.
Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbandes des Landes Bremen

Bedenken wegen möglicher Sicherheitsprobleme hält Robrahn nicht für angebracht. "Wir könnten die Sicherheit auf dem Freimarkt garantieren", sagte er. Angesichts der drastisch reduzierten Veranstaltungsfläche und dem familienorientierten Charakter des diesjährigen Freimarkts ohne Großzelten, sei es kein Problem für die Einhaltung der Corona-Regeln zu sorgen, sagte Robrahn.

Es nützt nichts, wenn unter diesen Bedingungen weniger Besucher auf das Gelände kommen.

Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes des Landes Bremen, Rudolf Robrahn.
Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbandes des Landes Bremen

Von der in Aussicht gestellten Ausgleichszahlung für die Schausteller hält Robrahn auch nichts. Er sei zwar sehr dankbar dafür, dass man in Bremen so sehr hinter dem Freimarkt stehe. Eine Ausgleichszahlung nütze aber nichts. "Uns geht es darum, dass die Veranstaltung funktioniert, dass sie in Anspruch genommen wird." Die Schausteller seien in einer Bewährungsprobe und wollten zeigen, dass so etwas über vier Wochen funktionieren könne.

Schausteller wollen mit Bremer Senat weiter verhandeln

Der Verband der Schausteller will aber dennoch mit dem Senat weiter verhandeln. In den kommenden Tagen soll es zwischen Senat und Schaustellern Gespräche geben, wie ein Freimarkt mit den jetzt beschlossenen Vorgaben des Senates aussehen kann.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. September 2020, 19.30 Uhr