Kampf gegen Krebs: Bremer Experten warnen vor negativen Corona-Folgen

Audio vom 22. Juli 2021
Ein Mediziner beobachtet auf einem Monitor das Querschnittsbild einer Prostata.
Bild: DPA | Uwe Anspach
Bild: DPA | Uwe Anspach
  • Viele sind laut Bernhard aus Angst vor Corona nicht zum Arzt gegangen
  • Fehlende Vorsorge werde "sehr negative Folgen" haben
  • Bremer Krebszentren setzten mittlerweile verstärkt auf Immuntherapien

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) hat am Vormittag mit Vertretern der Bremer Kliniken über die Versorgungssituation von Krebspatienten in Bremen und Bremerhaven informiert. Bernhard warnte dabei davor, dass die Corona-Pandemie sich negativ auf die Bekämpfung von Krebs auswirken könnte. Chefärzte des DIAKO, des Klinikums Bremen-Mitte und des Bremerhavener Klinikums Reinkenheide stellten außerdem aktuelle Behandlungsmethoden und ihre Erfolgsaussichten vor.

Mehr als 4.000 Menschen im Land Bremen erkranken jährlich an Krebs

2.000 Frauen und 2.100 Männer erkranken jedes Jahr im Land Bremen neu an Krebs. Gesundheitssenatorin Bernhard befürchtet, dass die Dunkelziffer dieses Jahr höher ausfallen könnte: Aus Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus seien sehr viele Menschen nicht zum Arzt gegangen oder hätten Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen. "Es wird sich jetzt nach und nach herausstellen, ob Krankheitsbilder zu spät festgestellt werden können", sagte sie.

Ich glaube, dass das sehr negative Folgen haben wird, die wir nicht in Gänze absehen können. Aber dass das der Fall ist in gewissem Maße, dass es sogar ein gewisses Dunkelfeld gibt, das ist unbestreitbar.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke)

Umso wichtiger sei es, dass die Bürger Krebsvorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Je früher die Therapie beginnt, desto besser die Heilungsaussichten: Bremens Krebszentren setzten mittlerweile verstärkt auf Immuntherapien, die oft besser verträglich seien als klassische Strahlen- und Chemotherapie. Patienten könnten so häufiger ambulant behandelt werden, so der Leiter des Onkologischen Zentrums am DIAKO, Ulrich Trappe.

Über das Online-Portal des Bremer Krankenhausspiegels sollen sich Bürgern informieren können, wo genau welche Zentren zur Versorgung unterschiedlichster Krebserkrankungen zu finden sind. Mit 20 spezialisierten Zentren zur Behandlung unterschiedlichster Krebserkrankung hat das Land Bremen eine hohe Dichte an Einrichtungen zur Bekämpfung von Krebs. Ein Drittel der Krebs-Patienten kommen aus dem niedersächsischen Umland.

Wegen Corona gehen weniger Bremer zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung

Video vom 10. Mai 2021
Ein Arzt macht eine Ultraschalluntersuchung am Bauch.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 22. Juli 2021, 16 Uhr