Bredo-Werft wendet Insolvenz ab – "Gorch Fock" soll als Pfand dienen

  • Bredo-Werft entgeht drohender Insolvenz Dank Finanzspritze der Gesellschafter
  • Werft wartet bei "Gorch-Fock"-Sanierung auf Beträge in Höhe von 4,3 Millionen Euro
  • Segelschulschiff soll laut "Spiegel" im Dock bleiben, bis ein Teil der Schulden beglichen ist
Gorch Fock bei der Kieler Woche im Jahr 2015.
Bisher hat die Reparatur der Gorch Fock rund 15 mal so viel Geld verschlungen, wie ursprünglich geplant. Bild: Imago | Thomas Zimmermann

Die Bremerhavener Bredo-Werft hat eine drohende Insolvenz aufgrund offener Rechnungen bei der Sanierung der "Gorch Fock" vorerst abgewendet. Die Gesellschafter schossen vergangene Woche Geld nach. Die Belegschaft wurde am Freitag darüber informiert. Das Marine-Schulschiff "Gorch Fock" will die Werft als Pfand behalten. Es soll über den vereinbarten Termin im Juni hinaus im Dock bleiben, bis die Werft zumindest einen Teil der ausstehenden Beträge erhalten hat.

Bredo-Geschäftsführer Harms beruft sich auf geltendes Pfandrecht. "Das ist kein Wildwest-Verhalten von unserer Seite", sagte er buten un binnen. Gespräche mit der Bundeswehr laufen seit Mitte März. Darin habe man sich auf die Zahlung von zunächst 4,3 Millionen Euro geeinigt. Zahlt der Bund dennoch nicht, will die Werft die Ausdockung am 21. Juni verhindern.

Der "Spiegel" zitiert aus einem Rundschreiben der Bredo-Werft an die Mitarbeiter: "Gegen Zahlung von 4,3 Millionen Euro docken wir die 'Gorch Fock' aus. Ohne Zahlung kein Ausdocken!" Erhält die Werft das Geld nicht vom Verteidigungsministerium, droht offenbar die Insolvenz. 500 Arbeitsplätze stehen bei der Werft auf dem Spiel, weitere bei Zulieferern.

Offene Rechnungen in Höhe von elf Millionen Euro

Bisher hat die Reparatur der Gorch Fock rund 15 mal so viel Geld verschlungen, wie ursprünglich geplant. Die Bredo-Werft hatte als Subunternehmer der Elsflether Werft einen Teil der Arbeiten übernommen. Wegen Missmanagements musste die Elsflether Werft Insolvenz anmelden. Die Bremerhavener blieben auf Rechnungen von mehr als elf Millionen Euro sitzen.

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Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) setzt sich dafür ein, dass die Bundeswehr davon 4,3 Millionen Euro direkt an die Werft zahlt. Die jedoch weigert sich: Lokale Standortpolitik gehöre nicht zu den Aufgaben der Streitkräfte.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. Mai 2019, 10 Uhr