Fragen & Antworten

Corona und Covid – warum geben Eltern ihren Kindern jetzt diese Namen?

Corona ist eigentlich ein ganz normaler Vorname. Aber während der aktuellen Pandemie? Trotzdem wählen Eltern jetzt diesen Namen – auch rund um Bremen.

Baby hält den Finger eines Erwachsenen
Die Wahl eines Namens ist Eltern außerordentlich wichtig. (Symbolbild) Bild: DPA | Fabian Strauch

Die kleine Corona möchte aus dem Kinderspielparadies abgeholt werden! In Zeiten der Pandemie nennt doch niemand sein Kind wirklich so, oder?

Gibt es rund um Bremen Eltern, die ihr Kind Corona nennen?
Ja! Tatsächlich haben sich Eltern in der Pandemie für Corona als Vornamen entschieden. Allerdings kann man die an einer Hand abzählen. Ein Pärchen zum Beispiel, dessen Baby in einem Rotenburger Krankenhaus zur Welt gekommen ist, hat sogar seinen Sohn Corona genannt – allerdings mit zweitem Vornamen. Warum sie sich ausgerechnet jetzt für Corona entschieden haben, das wollten sie buten un binnen nicht verraten. Covid ist laut dem Bremer Innenressort in Deutschland aber nicht erlaubt, im Ausland schon. In Indien gab es zum Beispiel schon mehrere Fälle, in denen Eltern argumentiert haben, sie wollten mit der Namensgebung Corona oder Covid zeigen, dass es in der Pandemie auch schöne Dinge gibt.
Wer erlaubt diese Namensgebung?
Grundsätzlich können Eltern den Namen ihres Kindes frei wählen, allerdings schreiten die Standesämter ein, wenn sie sich um das Wohl des Kindes sorgen. Der Vorname sollte durch seriöse Quellen, zum Beispiel amtlichen Dokumente oder wissenschaftliche Vornamen-Literatur, nachgewiesen werden können, erklärt das Bremer Innenressort. Namen wie Atomfried, Rumpelstilzchen, Puppe, Schnucki und Whisky wurden in der Vergangenheit in Deutschland abgelehnt. Außerdem sollte das Geschlecht klar erkennbar sein, eventuell durch weiteren Vornamen.
Woher kommt der Name Corona?
Bei Corona ist die wissenschaftliche Lage klar: Der Name geht zurück auf die Heilige Corona aus dem 2. Jahrhundert. Sie gilt als Patronin gegen Seuchen, Unwetter, für die Fleischer, Schatzgräber, die Lotterie und das Geld. Der Name hat also eine positive Bedeutung, deshalb hat das zuständige Standesamt auch zugestimmt. Das Bremer Innenressort hat also rechtlich nichts gegen Corona als Vornamen einzuwenden. Ganz eigenständig wäre es allerdings eindeutig ein Mädchenname, heißt es.
Und wie sieht es deutschlandweit aus? Gibt es da viele Kinder, die Corona heißen?
Laut Gesellschaft für Deutsche Sprache gab es in den letzten zehn Jahren mehr als 20 Mädchen, die Corona genannt wurden. In Bremer Standesämtern ist der Name aber eher exklusiv geblieben mit unter fünf Fällen. Für die Zeit seit Beginn der Corona-Pandemie liegt noch keine Auswertung vor. Lieblingsnamen in Bremen sind übrigens Mohammed und Emilia.

Rückblick: Corona auf Geburtstation: Junge Mutter muss in Quarantäne

Video vom 10. Juni 2020
Der Eingang des Klinikum Bremerhaven
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Sonja Harbers
  • Dirk Bliedtner

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Die Vier am Morgen, 13. August 2020, 6.40 Uhr