Als ob man selbst dort wäre: Mit Virtual Reality auf die Polarstern

Das Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven eröffnet eine beeindruckende Ausstellung: Mit speziellen Brillen bewegen sich die Besucher virtuell auf dem bekannten Forschungsschiff.

Blick aus dem Fenster der Polarstern.
Bild: DSM|Playersjourney|AWI | Privat

Der Sitz rattert. Motorengeräusche im Hintergrund. Ein paar Meter weiter bläst uns der Wind direkt ins Gesicht. Wir sind auf einem Schiff – und zwar nicht auf irgendeinem: Wir sind an Deck der "Polarstern", Deutschlands größtem Forschungsschiff. Zumindest fühlt es sich so an.

Im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven eröffnet an diesem Freitag, 17. Mai, laut Projektleiter Niels Hollmeier eine weltweit einmalige Ausstellung, eine sogenannte Virtual-Reality-Ausstellung. Auf den ersten Blick sieht die große Halle ziemlich unspektakulär aus: Ein paar Stellwände, einige Exponate, hier und da Tische und Stühle. Doch setzt man eine der Virtual-Reality-Brillen auf, befindet man sich plötzlich direkt an Bord des bekannten Eisbrechers, der seit 37 Jahren die Polarmeere erforscht.

So gelangen die Besucher in Bereiche, in die sonst nur die Besatzung kommt: Auf die Brücke, in den Maschinenraum, ins Labor oder in den berühmten Blauen Salon. Und da passiert auch etwas: Ein Kamerateam hat im vergangenen Jahr eine Transitfahrt der "Polarstern" von Bremerhaven nach Las Palmas begleitet und verschiedene Bereiche des Schiffes in 360-Grad-Technik gefilmt. So sind die Besucher dank der Brillen unter anderem hautnah dabei, wenn ein Forscher Wasserproben aus dem Meer nimmt.

"Wir müssen Museum neu denken. Wir testen hier neue Technik und setzen so den Besuchern die Brille der Forscher auf."

Sunhild Kleingärtner, Direktorin des Deutschen Schifffahrtsmuseums

Riesiges 3D-Modell mit den Händen drehen

Zusätzlich gibt es auch sogenannte Augmented-Reality-Brillen. Setzt man diese auf, erscheint ein 3D-Modell der Polarstern in Originalgröße mitten in der Ausstellungshalle. Mit ihren Händen können die Besucher das Modell drehen, vergrößern und sich über verschiedene Bereiche des Forschungsschiffes informieren.

Einer, der das Forschungsschiff ganz genau kennt, ist Rainer Knust, Wissenschaftlicher Koordinator für die "Polarstern" am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. "Das ist schon eine witzige Angelegenheit. Ich kenne jede Ecke des Schiffes, und das ist wirklich gut gemacht", findet er. Und Knust will auf jeden Fall wiederkommen: "Ich fahre nicht mehr in die Antarktis, da ich bald in den Ruhestand gehe. Ich komme dann immer hier her und fahre virtuell mit."

Eine Frau, die eine VR Brille trägt.

Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Mai 2019, 19:30 Uhr