Festivals im Norden: Diese 4 Probleme machen Hurricane und Co. Sorgen

Eine Festivalbesucherin streckt auf dem Hurricane Festival ihre Hand in die Höhe

Gestiegene Kosten bereiten Festival-Veranstaltern Sorgen

Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Harte Zeiten für die Festival-Branche: Nach der Pandemie müssen die Veranstalter neue Herausforderungen meistern. Das geht auch auf Kosten der Besucherinnen und Besucher.

Der Festivalsommer steht vor der Tür. Für viele Besucherinnen und Besucher gibt es aber eine Überraschung: Die Preise haben deutlich angezogen. Und es gibt weitere Probleme – vor allem für die Veranstalter.

1 Gestiegene Kosten

Ob Personal, Equipment oder Gagen: Die Festivalmacher müssen überall mehr bezahlen. Gerade für Technikdienstleister oder Sicherheitsleute müssen Veranstalter bis zu 40 Prozent mehr einplanen.

Ein Sicherheitsmitarbeiter steht am Haupteingang des Musikfestivals Hurricane in Scheeßel.
Security-Mitarbeiter sind für Festivalmacher nicht nur schwer zu bekommen, sondern auch deutlich teurer geworden. Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Auch Equipment oder selbst Sanitäranlagen kosteten in diesem Jahr wesentlich mehr, erklärt der Musikbranchenverband LiveKomm. Schuld sind die Inflation und die Energiekrise. Daneben seien auch die Gagen für die Künstlerinnen und Künstler um die Hälfte teurer geworden, das mache gerade kleineren und mittleren Festivals zu schaffen.

2 Höhere Ticketpreise

Die gestiegenen Kosten versuchen viele Festivals mit höheren Ticketpreisen wettzumachen. Das Hurricane in Scheeßel verkaufte 2019 noch Kombitickets für alle Festivaltage für 199 Euro, inzwischen kosten sie 249 Euro. Auch kleinere Festivals wie das 13-Grad-Festival im Bremer Schlachthof mussten die Preise leicht anheben. Ein Tagesticket kostet dort statt 46 Euro jetzt 49 Euro.

Und das ist nicht nur in Bremen, sondern bundesweit ein Problem: Der typische Run auf die Tickets ist bei vielen Veranstaltungen ausgeblieben. Auch wenige Wochen vor dem Start gibt es vielerorts noch Restkarten. Denn auch die Besucherinnen und Besucher leiden unter den gestiegenen Preisen und können sich die Tickets oft nicht mehr leisten.

3 Auslaufende Förderprogramme

Künstlerinnen und Künstler können sich aktuell auf mehrere Kulturförderprogramme bewerben, zum Beispiel auf den "Kulturfonds Energie" des Bundes, der vergangenes Frühjahr gestartet ist. Der gilt allerdings nur für feste Standorte und Bauten, weshalb Festivals, die vorübergehend aufgebaut werden oder an verschiedenen Orten stattfinden, leer ausgehen, erklärt LiveKomm.

Artisten treten im Rahmen des Festivals "La Strada" auf dem Liebfrauenkirchhof auf.
Das Straßenkunst-Festival La Strada setzt auf einen großen Sponsor. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Es gibt außerdem zwei Förderprogramme für Festivals und Live-Kulturveranstaltungen, die aus dem Bremen Fonds und damit aus Landes- und Bundesmitteln bezahlt werden. Das sind knapp 150.000 Euro, die da laut dem Bremer Kulturressort in die Festivalbranche gesteckt werden. Andere Mittel, wie die aus dem Corona-Programm "Neustart Kultur", laufen Ende Juni aus.

Deswegen haben einige Festivals wie das Bremer Überseefestivals ihre Termine vom Spätsommer auf den Juni vorverlegt, um die Finanzierung zu sichern. Allerdings machen sich viele Veranstalter Sorgen, wie es im kommenden Jahr ohne diese Zuschüsse weitergehen soll. Veranstalter wie vom Straßenkunst-Festival La Strada haben sich deshalb schon größere Sponsoren wie die Bremer Sparkasse gesichert. Aber auch schon in diesem Jahr mussten schon Festivals wie das "Hellseatic" in Blumenthal ausfallen, weil die Finanzierung ohne Unterstützung nicht geklappt hat.

4 Strengere Auflagen

Zwar gibt es keine Corona-Auflagen mehr, aber trotzdem müssen die Veranstalter immer mehr Behördenvorgaben erfüllen: Laut LiveKomm werden die Sicherheitsregeln immer strenger, auch die Anforderungen im Schallschutz und der Brandwache steigen.

Gerade wegen der Klimakrise und der damit einhergehenden Trockenheit sind laut LiveKomm die Auflagen im Brandschutz immer mehr gestiegen, das mache es den Festivalmacher schwer, passende und auch bezahlbare Standorte zu finden.

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Lisa-Maria Röhling
    Lisa-Maria Röhling

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 17. Mai 2023, 17:10 Uhr