Interview

Wie die Bremer Eiswette die ersten Frauen in ihre Reihen aufnimmt

Gäste sitzen 2020 beim Bremer Eiswettfest an runden Tischen. (Archivbild)

Interview: Zum ersten Mal Frauen beim Eiswettfest

Bild: DPA | Klaus Fittschen

In diesem Jahr gibt es eine historische Neuerung bei der Eiswette, denn zum ersten Mal sind Novizinnen, also Frauen, zugelassen. Eine davon möchte Kerstin Schwimmbeck sein.

Frau Schwimmbeck, was sind denn die Aufgaben einer Novizin?
Ja, das ist eine gute Frage. Ich glaube die Aufgabe ist wie bei allen anderen Novizen. Es geht darum, das Land Bremen überregional zu repräsentieren. Das ist unsere Aufgabe letztendlich, wenn wir denn Eiswett-Genossinnen werden. Wir haben uns ja erstmal nur beworben. Es kann auch sein, dass wir abgelehnt werden, zumindest sagt es so die Tradition. Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist.
Aber das wird unsere Hauptaufgabe sein. Es wird so sein, das wir irgendwann die Möglichkeit haben, Gäste zur Eiswette einzuladen. Es ist gern gesehen, wenn diese nicht aus Bremen kommen und dann unser schönes Bundesland zu präsentieren.
In welcher Weise werden Sie das machen? Womit werben Sie?
Also, ich habe heute erst einen Artikel gelesen, da ging es darum, welches ist das freundlichste Bundesland. Also in erster Linie schon mal mit Freundlichkeit und ja, einfach dass wir gute Gastgeber sind.
Wie sieht das konkret aus?
Die Hauptaufgabe liegt eigentlich hinter uns. Wir haben, als die Eiswette selber stattgefunden hat, am Punkendeich, ging es darum, uns bei dem Eiswett-Präsidium zu bewerben. Und zwar macht man das, indem man abends das Eiswett-Präsidium einlädt. Und diese Bewerbung sieht so aus, dass man in Form eines Schauspiels sich präsentiert.
Dann wird schön zusammen gegessen und es muss an sich demonstriert werden, dass man es wert ist, ein Eiswettgenosse zu werden. Es muss lustig sein. Es muss stilvoll sein. Freundschaft ist ein ganz großes Thema im Rahmen der Eiswette und ja, das ist eigentlich das Spannende da dran.
Wie wurden Sie persönlich aufgenommen?
Sehr sehr gut. Also wir wurden ja im Vorfeld alle angeschrieben, man bewirbt sich also nicht bei der Eiswette, sondern man wird ausgewählt. Wir haben das Eiswett-Präsidium ja erst am Tag selber kennengelernt. Ja, und die Tradition sagt halt, man wird am Punkendeich etwas rüde begrüßt vom Präsidium, weil man ja Novize ist, also noch nicht vollwertig. Das geht ganz der Tradition nach. Aber am Abend war es sehr freundschaftlich. Wir hatten einen tollen Abend. Wir hatten Spaß. Wir haben gelacht. Das war wirklich schön.
Und wie ist die Kleiderordnung? Gibt es eine für Frauen? Für Männer gibt es ja eine.
Ja, für Männer gibt es eine und die wollten wir auch nicht brechen. Ich glaube, dass die Eiswette schon genug Veränderungen dieses Jahr erlebt hat. Wir hatten auch einen dunklen Anzug an, wir hatten eine Melone auf, einen weißen Schal.

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Autor

  • Roland Kloos Moderator

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 20. Januar 2023, 14:40 Uhr