Bienenvölker in Bremen geklaut: Darum ist das für den Imker so schlimm

Honigbienen
Bild: bee-rent.de | Dieter Schimanski

In Bremen-Gröpelingen wurden einem Imker rund 10.000 Bienen gestohlen. Für ihn ist das ein großer finanzieller und vor allem emotionaler Verlust.

Was für Außenstehende zunächst kurios klingt, ist für Imker Hartmut Schmidt-Uhlenkamp aus Gröpelingen ein trauriger Verlust. Zehn seiner Bienenvölker wurden Anfang der Woche gestohlen.

"Ich kam zur Kontrolle auf den Bienenstand und da stellte ich fest: Wo sind sie denn? Sie sind weg. Das Tor stand offen und es waren nur noch leere Plätze da", sagt er.

Dann überlegt man kurz, ob man nicht im falschen Film ist?! Aber es war eindeutig. Sehr schöne Völker, die sie da mitgenommen haben. Bin ich richtig traurig drum.

Imker Hartmut Schmidt-Uhlenkamp

Knapp 2.500 Euro sind 10.000 Bienen Wert, hinzu kommt der riesige Ernteausfall. So schnell kommt man nämlich nicht an neue Bienen, sagt der Imker, Bienen seien schwer auf dem Markt zu kriegen.

Hoffnung, dass die gestohlenen Bienen wiedergefunden werden, gibt es kaum. Der Dieb müsse sie weiter weggebracht haben, weil sie sonst zu ihrem ursprünglichen Stamm zurückfliegen, erklärt Schmidt-Uhlenkamp. Zudem seien sie schwer zu erkennen.

Wahrscheinlich waren Profis am Werk

Der Imker ist überzeugt, dass die Diebe Profis sein müssen. Er sagt: Wenn man viel mit Bienen arbeitet und auch viel gestochen wird, dann wird der Körper irgendwann immun gegen Bienenstiche, der Körper gewöhnt sich an das Gift. Ihm selbst täten Stiche zum Beispiel nicht mehr weh.

Nachts könnten Bienen zudem gut transportiert oder in dem Fall gestohlen werden, sie fliegen Nachts nämlich nicht weg. Im Dunkeln sehen Bienen nicht gut, weshalb sie Hindernissen nicht so gut ausweichen könnten.

Man kann ein Bienenvolk nicht einfach untern Arm klemmen und mitnehmen. Da gehört schon ein bisschen Know-how dazu.

Imker Hartmut Schmidt-Uhlenkamp

Die Polizei ermittelt und bittet weiterhin um Hinweise.

Bienenklau: Wer steckt dahinter?

Dass Bienen geklaut werden ist keine Seltenheit. Auch der Bremer Kreisimkerverband bestätigt das. Regelmäßig werden demnach im Nordwesten Bienen geklaut. Es geht um viel Geld für die Bienen an sich und auch für deren Honig. Ein Bienenvolk produziert im Jahr ungefähr 30 Kilo teuren Honig. Zeitlich passiert das ganze übrigens häufig im Frühling. Beim Kreisimkerverband vermutet man andere Imker dahinter. Wenn deren Bienen im Winter sterben, klauen sie mitunter die Völker anderer Imker.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 25. März 2024, 14:15 Uhr