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ADAC-Studie: Bremen rutscht von Platz 4 auf Platz 9 ab

Radfahren in Bremen
Bild: dpa | Sina Schuldt

In einem bundesweiten Großstadtvergleich zur Zufriedenheit mit den Verkehrsangeboten kann Bremen kaum überzeugen. Dresden belegt den Spitzenplatz.

Unter den 15 Großstädten Deutschlands mit mehr als 500.000 Einwohnern landet Bremen im unteren Mittelfeld auf Platz 9, wie der Automobilclub am Dienstag mitteilte. Spitzenreiter ist Dresden, die rote Laterne geht an Duisburg. Für das Städteranking wurden sowohl Autofahrer als auch Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger befragt.

Vor allem Pendler, die mit dem Auto nach Bremen fahren, sind unzufrieden, erklärt der Bremer ADAC-Sprecher Nils Linge. Das größte Problem sei es, mit dem Auto überhaupt in die Stadt reinzukommen. Somit schneidet Bremen in der Kategorie PKW auffallend schlecht ab.

Wie hat sich die Zufriedenheit im Verkehr entwickelt?

Im Vergleich zum ADAC-Mobilitätsmonitor aus dem Jahr 2017 ist die Zufriedenheit mit den hiesigen Verkehrsangeboten zurückgegangen. Bremen lag demnach 2017 auf Platz 4 und in diesem Jahr nur noch auf Platz 9. Das liegt vor allem an der großen Unzufriedenheit der PKW-Pendler, erklärt ADAC-Sprecher Nils Linge.

Fußgänger und Menschen, die den ÖPNV in Bremen nutzen, sind zufriedener im Vergleich zu Autofahrern. Im Städtevergleich liegt Dresden in diesen beiden Kategorien vorn.

"Besonders auffällig ist die durchgängig sehr negative Beurteilung des Verhaltens der E-Scooter-Nutzer durch Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger", schrieben die Autoren der Studie. Der ADAC riet den verantwortlichen Behörden in den Städten, für klare Spielregeln zu sorgen – zum Beispiel, die Zahl der E-Scooter zu begrenzen und das Abstellen nur an ausgewiesenen Stationen zu erlauben.

Warum ist Dresden an der Spitze?

Weil vor allem der ÖPNV in Dresden beliebt ist: 73 Prozent der Befragten finden die Dichte der Haltestellen gut und 64 Prozent die kurzen Wege beim Umsteigen. Bei der Befragung wurde so die Zufriedenheit darüber deutlich, dass die Menschen in Dresden unkompliziert zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln wechseln.

Was kann Bremen mit den Ergebnissen machen?

Verschiedene Mobilitätsarten zu vernetzen, kann ein Weg sein, um den Verkehr in Bremen einfacher zu gestalten, erklärt der ADAC-Sprecher Nils Linge. Fahrrad-, Autoverleih und der ÖPNV könnten zusammenarbeiten und gemeinsam Angebote gestalten. Nils Linge sagt auch, dass eine bessere Kommunikation die Verkehrsteilnehmenden zufriedener stimmen kann - bei einer Baustelle erklären, warum es diese gibt und kommunizieren und welche Umleitungen es für Rad- und Autofahrer gibt.

Die Bremer Mobilitätsbehörde weist auf Nachfrage darauf hin, dass Dresden mit einem sehr gut ausgebauten Straßenbahnnetz punkte. Das wolle Bremen auch weiter vorantreiben.

Beispiele dafür sind die Verlängerung der Linien 1 und 8 nach Huchting und in die Region sowie die Umsetzung des Projekts 'Linie 2 verbindet' oder die Planungen für den Anschluss der Überseestadt und die Verlängerung der Linie 10 nach Osterholz.

Gudrun Eiden, Mobilitätsressort

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Bild: Radio Bremen

Autorin

Quellen: buten un binnen und dpa.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 30. Januar 2024, 11 Uhr