"Weltklasse, Wahnsinn, Waffe" – und WM? Werder feiert Flying Füllkrug

Niclas Füllkrug setzt sich beim Kopfball durch.
Bei Werders Spiel gegen Hertha BSC sah es am Freitagabend lange nach einem 0:0 aus, ehe Niclas Füllkrug per Kopf in der 85. Minute den Bremer Siegtreffer erzielte.

Viel Kampf und Füllkrug: Werder gewinnt 1:0 gegen Hertha BSC

Bild: DPA | Firo Sportphoto /Jürgen Fromme

Gegen Hertha BSC war Niclas Füllkrug der Bremer Matchwinner und warb damit erneut bei Bundestrainer Hansi Flick für sich. Sein Kopfballtreffer beeindruckte auch seine Mitspieler.

Amos Pieper kam nach dem Spiel in den Katakomben des Weser-Stadions aus dem Staunen nicht heraus. Während des Gesprächs mit den Journalisten lief parallel noch einmal Niclas Füllkrugs Siegtreffer über den TV-Bildschirm.

Niclas Füllkrug erzielt per Kopf das 1:0 für Werder gegen Hertha.
Niclas Füllkrug setzte sich beim 1:0 gegen Marc Oliver Kempf durch. Torwart Oliver Christensen kam nicht mehr an den platzierten Kopfball heran. Bild: Imago | Matthias Koch

Der Bremer Mittelstürmer hatte sich in der 85. Minute nach einer Flanke von Anthony Jung am Elfmeterpunkt hochgeschraubt, Herthas Marc-Oliver-Kempf im Kopfballduell ausgestochen und den Ball mit einer Menge Wucht in den Winkel geköpft. "Echt Wahnsinn. Sehr, sehr stark", urteilte Pieper, als er die Szene noch einmal sah. Einen perfekten Blick auf diese hatte er bereits auf dem Spielfeld, wie er berichtete.

Ich stand dahinter und habe selten einen so hoch springen sehen. Den Ball so zu setzen, weil die Flanke war ja nicht einmal besonders scharf – da hat er schon das Maximale draus gemacht. Das ist schon Wahnsinn.

Amos Pieper

Blindes Verständnis mit Jung

"Das kann man nicht lernen", befand wiederum Milos Veljkovic, der der Aktion gar das Prädikat "Weltklasse" verlieh. Ole Werner wiederum lobte, dass der Stürmer bei Flanken für seine Gegenspieler eben unheimlich schwer zu verteidigen sei. "Im Strafraum", so der Bremer Coach, "ist Fülle mit seinem Kopfballspiel eine Waffe."

Der Torschütze hingegen wollte selbst gar nicht so viel Aufsehen um seine Person machen. Vielmehr lobte er das Zusammenspiel mit den Außenverteidigern. Dass er bei Jung schon an der Körpersprache sehe, ob dieser gleich flankt oder nicht, berichtete er bereits am 2. Spieltag nach seinem Treffer gegen den VfB Stuttgart.

Es war eine Entfernung, aber ich habe auch schon mal so ein Tor gemacht. Deswegen wusste ich, wie es geht. Ich habe versucht, so viel Druck wie möglich hinter den Ball zu kriegen. Dass er dann genauso reinknallt und der Torwart nicht mehr drankommt, ist natürlich perfekt.

Niclas Füllkrug im ARD-Interview

Fährt Füllkrug zur WM?

Treffer wie der am Freitagabend sind für Füllkrug die beste Werbung für eine Nominierung für die WM. Der 29-Jährige soll von Bundestrainer Hansi Flick bereits auf eine Liste für den vorläufigen Kader gesetzt worden sein. Diese umfasst dem Vernehmen nach allerdings insgesamt 44 Spieler. Mitnehmen nach Katar kann er nur 26 Spieler. Bis zum 10. November muss Flick sich entscheiden. Füllkrug selbst blieb am Freitagabend seiner Devise treu und äußerte sich überhaupt nicht zu dem Thema.

Ist doch nicht mehr lange, dann ist der Kader raus. Da könnt ihr alle entspannt sein.

Niclas Füllkrug im ARD-Interview

Werders Füllkrug zum späten Treffer: "Wir glauben einfach daran"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 28. Oktober 2022, 23 Uhr