Als Werder auf Kracher-Suche war und ein müder Ailton 5 Tore erzielte

Video vom 7. Juli 2021
Werder-Spieler Ailton versucht auf dem Boden liegend den Ball zu spielen.
Bild: Imago | Team 2
Bild: Imago | Team 2

Trotz eines 12:0-Testspielsiegs in Cuxhaven rumorte es vor 22 Jahren bei den Bremern. Der Grund: Die Werder-Spieler um Kapitän Dieter Eilts forderten Verstärkungen.

Zumindest auf den ersten Blick war die Werder-Welt im Sommer 1999 noch in Ordnung: Die Bremer hatten unter Neu-Trainer Thomas Schaaf nicht nur den Bundesliga-Klassenerhalt geschafft, sondern waren dank des Gewinns des DFB-Pokals auch in den Europapokal eingezogen. Doch im Kader der Bremer herrschte Unzufriedenheit. Vor allem Dieter Eilts war sauer.

Baumann-Verpflichtung reicht nicht

Wenngleich mit Frank Baumann bereits ein Verteidiger-Talent an die Weser gewechselt war, verlangte der Mannschaftskapitän wiederholt nach Verstärkungen. Seine Teamkollegen waren ähnlicher Meinung. "Wenn jemand kommt, dann ein richtig Guter", so Werder-Mittelfeldmann Raphael Wicky. "Es bringt nichts, dass man einen Durchschnittsspieler kauft, der dem Verein und der Mannschaft nicht weiterhilft." Angeblich drohte Eilts sogar mit Rücktritt, sollte der Verein seine Forderungen nicht erfüllen.

Es ist natürlich auch eine finanzielle Sache. Ich hoffe, dass wir dann auch genügend Geld zur Verfügung gestellt bekommen.

Werder-Trainer Thomas Schaaf am 7. Juli 1999

Nach zwei Werder-Jahren schafft Ailtion den Durchbruch

Kein Wunder, dass der 12:0-Testspielsieg der Bremer gegen eine Cuxhavener Bezirksauswahl am 7. Juli 1999 eher nebensächlich war. Ebenso wie die fünf Tore, die Werder-Stürmer Ailton in nur einer Halbzeit erzielte. Egal ob aus spitzem Winkel, per Außenrist oder durch die Beine des Goalies – der damals 25-Jährige, der in seine zweite Werder-Saison ging, traf, wie er wollte. Und das, obwohl – oder vielleicht auch: weil – der Brasilianer sich kurz vor Anpfiff auf einem Biertisch noch ein Nickerchen gegönnt hatte.

In der folgenden Bundesliga-Spielzeit gelang Ailton dann auch auf der großen Bühne der Durchbruch: Der "Kugelblitz" erzielte in der Bundesliga zwölf Tore. Eine Ausbeute, mit der er sogar noch erfolgreicher war als der neue Spieler-Kracher, den Werder-Manager Klaus Allofs kurz vor Saisonbeginn an die Weser gelotst hatte. Sein Name: Claudio Pizarro. Teamkapitän Eilts hatte also allen Grund, zufrieden zu sein.

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Autoren

  • Jan-Dirk Bruns Redakteur und Moderator und Autor
  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. Juli 2021, 18:06 Uhr