Briefträger-Streik in Bremen: 500 Beschäftigte lassen Post liegen

Postboten in Breme streiken für 15 Prozent mehr Lohn

Bild: DPA | Jörg Carstensen
  • Verdi ruft zum Streik in Hemelingen, am GVZ und am Flughafen auf.
  • Allein in Bremen 500 Post-Beschäftigte beteiligt.
  • Warnstreik soll mindestens bis zum Wochenende andauern.

Seit Donnerstagabend werden bundesweit die Brief- und Paketzentren der Deutschen Post bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Belegschaften dazu aufgerufen, nachdem die jüngste Runde der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Post AG in Köln ohne Ergebnis zu Ende gegangen ist. In Bremen sind das Briefzentrum am Flughafen und die Paketzentren in Hemelingen und am GVZ betroffen. "Ob in Hannover, Bremen oder Oldenburg - die Beteiligung an den Streikmaßnahmen ist sehr gut" - sagt Thomas Warner von der Gewerkschaft Verdi zu buten un binnen.

Allein in Bremen sind etwa 500 Post-Beschäftige dem Warnstreik-Aufruf gefolgt

Thomas Warner, ver.di- Landesfachbereichsleiter Postdienste

Ab dem Nachmittag sollen in Bremen die Beschäftigten nach und nach die Arbeit wiederaufnehmen. Trotzdem rechnet die Gewerkschaft damit, dass Pakete nur mit großer Verspätung ausgeliefert werden können. Laut Gewerkschaft soll der Warnstreik in Bremen und Bremerhaven mindestens bis zum Wochenende andauern. Verdi geht davon aus, dass Briefe und Pakete deutlich später als gewohnt zugestellt werden.

Die Arbeitnehmervertreter wollen angesichts der hohen Inflation Lohnerhöhungen von 15 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten durchsetzen. "Die Deutsche Post AG ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen und von diesem Erfolg dürfen nicht nur die Aktionäre profitieren", sagt der Bremer Gewerkschaftssekretär Thomas Warner.

Der Post-Vorstand bezeichnet die Forderung als unrealistisch und argumentiert unter anderem, dass man "aufgrund der regulierten Briefpreise" Kostensteigerungen nicht einfach an die Kunden weitergeben könne. Ein eigenes Angebot hat der Konzern bislang nicht vorgelegt. Das Unternehmen hatte zuletzt Rekordgewinne erzielt. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt allerdings mittlerweile im Ausland.

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 8. Februar sind weitere Warnstreiks geplant.

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Autor

  • Sebastian Manz Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 20. Januar 2023, 12 Uhr