Bremer Kapitän will Sizilien nicht mit Migranten an Bord verlassen

Das Schiff "Humanity 1" liegt im Hafen von Catania.

Bremer Kapitän will Sizilien nicht mit Migranten an Bord verlassen

Bild: DPA | Orietta Scardino
  • "Humanity 1" liegt mit 35 Migranten an Bord im Hafen von Catania .
  • Bremer Kapitän weigert sich, den Hafen zu verlassen.
  • Italienische Behörden lassen nur Frauen, Kinder und Verletzte an Land.

Auf Sizilien haben die italienischen Behörden annähernd 360 Bootsmigranten des Seenotretter-Schiffs "Geo Barents" an Land gehen lassen. 214 Menschen müssten an Bord bleiben, teilte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen", die das Schiff betreibt, mit. Die Behörden holten nach einer Kontrolle Frauen, Kinder und Verletzte von Bord.

35 weitere Migranten harren weiter auf dem deutschen Schiff "Humanity 1" im Hafen von Catania aus. Der Kapitän aus Bremen, Joachim Ebeling, weigert sich, auszulaufen. Der Kapitän begründet dies damit, dass eine Rettungsmission erst vorbei sei, wenn alle Schiffbrüchigen an einem sicheren Ort seien.

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Hilfsorganisation SOS Humanity will klagen

Roms neue Rechtsregierung argumentiert, dass sie nur Hilfsbedürftige an Land lassen wolle. Der Rest soll laut Innenminister Matteo Piantedosi wieder mit Seenotrettern in internationale Gewässer zurückkehren. Italien sieht die Flaggenstaaten in der Verantwortung und damit auch Deutschland.

Nach Meinung der Hilfsorganisationen verstößt Italien mit dem Vorgehen gegen internationales Recht. SOS Humanity will gerichtlich dagegen vorgehen.

Zudem warteten am Montag die deutsche "Rise Above" von Mission Lifeline und die "Ocean Viking" von SOS Méditerranée vor Sizilien auf einen Hafen. Mission Lifeline erklärte, in der Nacht vier der verbliebenen 93 Menschen wegen medizinischer Notfälle evakuiert zu haben. Auf der "Ocean Viking" sind mehr als 230 gerettete Migranten.

Rückblick: "Sea Watch"-Kapitänin Rackete beim Bremer Kapitänstag

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. November 2022, 23:30 Uhr