Noch nie so viele Geldautomaten-Sprengungen wie in diesem Jahr

Ein Raum einer Sparkassen-Filiale ist völlig zerstört.
Bild: DPA | Erwin Pottgiesser
  • Bereits jetzt rund 450 Sprengungen in diesem Jahr.
  • In Niedersachsen wurden 60 Sprengungen gezählt.
  • Bremen gegen den Trend: Nur eine versuchte Sprengung.

Bundesweit sind in diesem Jahr nach einem Medienbericht rund 450 Geldautomaten gesprengt worden. Damit sei bei dem Delikt ein Höchststand erreicht worden, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Teilnehmer der Innenministerkonferenz (IMK), die bis Freitag in München stattfand.

Auch in Niedersachsen haben die Sprengungen einen neuen Höchstwert erreicht: Schon jetzt sind dieses Jahr so viele Geldautomaten gesprengt worden wie noch nie in einem Jahr zuvor – nämlich 60. Im gesamten Vorjahr waren es 55. Anders in Bremen: In der Hansestadt verzeichnete die Polizei bisher lediglich einen Sprengversuch. In Bremerhaven gab es bisher keine Sprengungen von Geldautomaten.

Dem Bericht zufolge wurden in den Vorjahren deutlich weniger Automaten gesprengt: 414 im Jahr 2020 und 381 im Jahr 2021. Die Taten würden mittlerweile vermehrt mit Sprengstoff verübt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Innenministerkonfernez. Dies sei eine neue und beunruhigende Entwicklung. Früher hätten Kriminelle eher Gasgemische für Anschläge verwendet. Für das erbeutete Geld würden Tote billigend in Kauf genommen.

Polizei: Sprengungen gefährden Menschen

Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Nordrhein-Westfalen, sagte der "Welt am Sonntag", Menschen in der Tatortumgebung seien akut gefährdet: "Es wurden schon Fußgänger verletzt, Metallteile schlugen in Kinderzimmern ein, und Häuser waren nicht mehr bewohnbar." Inzwischen würden immer mehr Kriminelle aus den Niederlanden ihre Taten in der Bundesrepublik verüben, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) der Zeitung zufolge.

Grund sei, dass Banken in Deutschland anders als im Nachbarland auf den Einsatz etwa von Klebetechniken, mit der Geldscheine bei einer Sprengung zugekleistert und unbrauchbar werden, verzichten. Pistorius brachte den Angaben zufolge auch eine gesetzliche Verpflichtung ins Spiel, damit Banken hierzulande ihre Automaten besser schützen. 

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 3. Dezember 2022, 15 Uhr