So wurde in Bremen und Bremerhaven gewählt

Die SPD liegt vor der CDU und der Linken: So sieht das Wahlergebnis in Bremen aus.

Diagramm: Wie Bremen gewählt hat.

Das Ergebnis der Bundestagswahl in Bremen und Bremerhaven ist eine anderes, als auf Bundesebene: Die SPD ist stärkste Kraft geblieben, sie liegt aber nur noch knapp vor der CDU. Die Linke ist drittstärkste Partei im Bundesland.

Die SPD erlebte auch in Bremen und Bremerhaven einen Absturz: 26,8 Prozent der Stimmen, das sind fast neun Punkte weniger als vor vier Jahren (35,6 Prozent).

Die CDU folgt mit nur noch 1,7 Punkten Abstand. Sie erzielte im Bundesland ein Ergebnis von 25 Prozent. Die Linke hat sich auf 13,5 Prozent verbessert. Die Grünen liegen mit 11 Prozent nur knapp vor der AfD (10 Prozent) und der FDP (9,3 Prozent).

Fehlersuche und -analyse bei den Parteien

Noch am Sonntagabend hatte die SPD angekündigt, dass sie auf Bundesebene in die Opposition gehen werde. Die Bremer SPD unterstützt diese Entscheidung. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling sagte, die SPD wolle die Oppositionsarbeit im Bundestag nicht der AfD überlassen.

Mit dem SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz habe das schlechte Ergebnis aber nichts zu tun, so Sieling weiter. In der Fehleranalyse müsse man tiefer graben.

Vielen macht es offensichtlich auch Angst, weiter tiefer abzustürzen – und die flüchten sich deshalb in nationalistische Antworten. Das sehen wir an dem Ergebnis der fürchterlichen, rechtsradikalen AfD.

Carsten Sieling (SPD), Bürgermeister von Bremen

Zufrieden mit dem Wahlergebnis zeigte sich Bremens AfD-Chef Frank Magnitz. Er hofft, dass der finanziell angeschlagene Landesverband der AfD sich dadurch wieder besser organisieren kann. Stimmen für die AfD kamen vor allem auch von Bürgern, die zuvor CDU gewählt hatten. Bremens CDU-Chef Jörg Kastendiek sagte, in den Wochen vor der Wahl habe seiner Partei eine klare Botschaft gefehlt. Es sei zu klären, ob es eher ein Kommunikationsproblem gewesen sei oder die Themen "Innere Sicherheit" und "Flüchtlinge". Aus den Antworten müsse man die richtigen Schlüsse ziehen, so Kastendiek.

Für die Grünen und die FDP wird es jetzt vor allem um die Frage gehen, ob sie eine Koalition mit der Union eingehen wollen. "Brutal schwer" werde das für alle Parteien, sagte Bremens FDP-Chef Hauke Hilz. Die Linke, die in Bremen drittstärkste Partei geworden ist, sieht das Ergebnis vor allem als Auftrag, noch mehr für soziale Gerechtigkeit zu streiten.

Sechs Vertreter im neuen Bundestag

Aus Bremen und Bremerhaven ziehen erneut sechs Abgeordnete in den Bundestag ein. Zwei SPD-Abgeordnete als Direktkandidaten. Außerdem ist das Bundesland künftig mit jeweils einer Politikerin von der CDU, der Linken, den Grünen und erstmals einem AfD-Mitglied in Berlin vertreten.

Die beiden Direktkandidaten aus den zwei bremischen Wahlkreisen heißen Sarah Ryglewski und Uwe Schmidt. Der Bremerhavener Schmidt löst den SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Beckmeyer ab. Elisabeth Motschmann (CDU) erhielt wieder einen Sitz im Bundestag über die Landesliste. Als Neulinge gehen Doris Achelwilm (Die Linke), Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) und der AfD-Mann Frank Magnitz nach Berlin.

Die Wahlbeteiligung im Bundesland lag bei 70,7 Prozent – rund zwei Punkte höher als vor vier Jahren.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 25. September 2017, 12 Uhr