Polizei startet Videoüberwachung am "Angstort" Bahnhof Vegesack

  • Innensenator Ulrich Mäurer schaltete Kameras am Montag frei
  • Vegesacker Bahnhofsplatz gilt als Brennpunkt der Kriminalität
  • Bilder werden an die Polizeileitstelle in der Bremer Vahr übertragen
Eine Bild von drei Überwachungskameras.

Der Bahnhofsplatz in Bremen-Vegesack wird ab sofort videoüberwacht. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat die neun Kameras offiziell freigeschaltet. Der Platz gilt als Brennpunkt der Kriminalität. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 114 Straftaten am Bahnhofsplatz – davon 53 schwere Delikte wie Raub, gefährliche Körperverletzung und Drogenhandel. Der Ort gilt laut Innensenator als "Angstort".

Die Videobilder werden künftig in die Leitstelle des Polizeipräsidiums in der Vahr übertragen. Die Mitarbeiter der Leitstelle überwachen bereits die Gegend um den Bremer Hauptbahnhof mit über 50 Kameras, seit Mai mit einer neuen Überwachungsanlage. Acht zusätzliche Mitarbeiter sind damals dafür eingestellt worden, um die Monitore im Schichtbetrieb zu beobachten. Im Notfall können sie sofort einen Einsatz auslösen.

Ortspolitiker fordern schon lange Einsatz von Kameras

Insgesamt 500.000 Euro hat das Land Bremen für die Kameras in Vegesack ausgegeben. Ein Erfolg für den Beirat Vegesack und dem Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Sie fordern schon seit mehr als 15 Jahren diese Überwachung.

Videoüberwachung auf dem Bremer Bahnhofsvorplatz gibt es schon seit 2002, allerdings nur sehr eingeschränkt. Alle Aufnahmen, die am Bremer Hauptbahnhof und jetzt auch am Bahnhofsplatz in Vegesack entstehen, werden laut Innenbehörde nach zwei Tagen wieder gelöscht – es sei denn, sie werden als Beweismaterial benötigt.

In Zukunft mehr Kameras

Künftig setzt die Bremer Polizei noch mehr auf Videoüberwachung. Dazu soll es Kameras geben, die je nach Bedarf auf- und abgebaut werden können.

Es geht darum, dass wir in der Lage sind, Großveranstaltungen besser als bisher zu begleiten. Dazu benutzen wir dann mobile Videogeräte. Das heißt, dass wir zukünftig dann beim Freimarkt oder auch beim Weihnachtsmarkt, in der Lage sind, vor Ort die Dinge uns besser anzuschauen.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 26. August 2019, 6 Uhr