So wird das Gröpelinger Straßenbahn-Depot umgebaut

Das Straßenbahn-Depot in Bremen-Gröpelingen bekommt ein neues Gesicht. Heute beginnen die Bauarbeiten, die drei Jahre dauern sollen. Das kommt auf die Fahrgäste zu.

Computervisualisierung der zukünftigen Umsteigeanlage in Gröpelingen.
So soll die neue Umsteigeanlage in Gröpelingen aussehen. Bild: Lang Hugger Rampp Architekten

Eine kleine Party, bevor der Abriss beginnt: Am Samstag haben Mitarbeiter der BSAG, Vertreter der Politik und interessierte Bremer den Abschied vom alten Straßenbahn-Depot gefeiert. Denn die Endhaltestelle Gröpelingen soll sicherer und schöner werden. Das zumindest ist das Ziel des Depot-Umbaus, der heute anfängt.

Der Umbau des Betriebshofs hat mehrere Gründe. Zunächst einmal ist die Umsteigesituation für die Fahrgäste nicht ideal. Die Wege zwischen Bus und Bahn sind recht weit und unübersichtlich. In der neuen Anlage halten Busse und Bahnen im gleichen Bereich, wie am Hauptbahnhof. Die Wege sind kürzer und die Umsteigeanlage überdacht.

Andreas Holling, BSAG-Sprecher

Das Vorhaben wird allerdings etwas länger dauern: Knapp drei Jahre stellen die Projektverantwortlichen in Aussicht. Mit Einschränkungen müssen die Passagieren erst ab Mai rechnen. Wie die BSAG mitteilt, werden die ersten Bagger voraussichtlich erst ab Mitte/Ende Februar aufs Gelände rollen, wenn die jetzige Wagenhalle abgebaut wird. Bis dahin muss der knapp 100 Meter lange Raum leer sein, die Oberleitungen demontiert.

Straßenbahn-Passagiere am meisten davon betroffen

Im März und April werden zunächst die Gleise auf der Gröpelinger Heerstraße saniert. Provisorische Gleise müssen an der Havemannstraße bereitgestellt werden. Im Mai wird dann eine Ersatzhaltestelle an der Debstedter Straße gebaut, die ab Mitte August von Bus und Straßenbahn benutzt wird. Vom Umbau werden vor allem die Straßenbahn-Fahrgäste betroffen sein. Die Linien 2, 3, 5 und 10 fahren ab Mai eingeschränkt. Die Buslinien sollen hingegen wie gewohnt verkehren.

Im Sommer fängt dann die Renovierung der Umsteigeanlagen an. Der Um- und Neubau soll voraussichtlich ein Jahr dauern. Im August 2021 werden zunächst die neuen Straßenbahnanlagen nutzbar sein, im Oktober sollen auch die Busumsteigeanlagen bereitgestellt werden.

Ein neues Polizeikommissariat auf dem Depot-Gelände

Die Bauarbeiten werden nicht nur für Fahrgäste, sondern auch für Autofahrer spürbar. Im März und April 2020 wird die Gröpelinger Heerstraße zwischen der Lindenhofstraße und dem Friedhof gesperrt, wie Heiko Schulze, Teilprojektleiter, mitteilt. Doch die größte Verkehrsbeeinträchtigung kommt im August: In der ersten Hälfte soll es auf der Gröpelinger Heerstraße zwischen Havemann- und Debstedter Straße eine zweiwöchige Vollsperrung in beiden Richtungen geben. Die Debstedter Straße ist ebenso davon betroffen. Auch die Stapelfeldstraße wird in dieser Zeit stadtauswärts dichtgemacht, der Verkehr ab der Waterfront umgeleitet.

Computervisualisierung des zukünftigen Betriebshofs in Gröpelingen.
So sah eine erste Visualisierung des gesamten Vorhaben am Gröpeliinger Depot aus. Mittlerweile wurde die Gestalt der Dächer über den Haltestellen geändert. Bild: www.zukunft-groepelingen.de

Ab dem Frühjahr 2021 sollen laut Bauplan das Werkstattgebäude und das neue Polizeikommissariat errichtet werden. Auch zusätzliche Radwege und eine neue Abstellanlage für Bus und Straßenbahn werden dabei entstehen. Der komplette Umbau soll erst im Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.

Möglich ist dann, dass eine Straßenbahnlinie nach Oslebshausen verlängert wird. Das Vorhaben ist im Bremer Verkehrsentwicklungsplan festgelegt. Eine Entscheidung über die Art und Zeit der Umsetzung sei aber noch nicht getroffen worden, bestätigt ein Sprecher der BSAG.

Die neue Umsteigeanlage bietet die bauliche Möglichkeit, die Strecke nach Oslebshausen zu bauen. Aber die Umsetzung ist eine politische Entscheidung, die derzeit noch nicht getroffen wurde.

Andreas Holling, BSAG-Sprecher

Gröpelinger Beirat mit Plänen zufrieden

Die Gröpelinger Beiratssprecherin, Barbara Wulff (SPD), zeigt sich mit dem Vorhaben zufrieden. Besonders freut sich die Politikerin auf Einrichtung des neuen Kommissariats. Der jetzige Standort sei "ziemlich am Rande" und für viele kaum auffindbar. "Das ist nicht gut für die Bürger", sagt sie. In das neue Gebäude sollen dann über 100 Beamten einziehen. Wulff hofft dadurch, dass sich die Sicherheitslage im Stadtteil verbessert.

Wir finden es gut und hoffen, dass es zügig vorangeht. Auch, weil dann das neue Polizeikommissariat da hinkommt.

Barbara Wulff, Beiratssprecherin Gröpelingen

Zudem solle die Umgestaltung der Haltestelle auch die Sicherheit der Passagiere steigern. "Wir hoffen, dass die Haltestellen leichter zugänglich sind und die Fußgänger besser herüberkommen", sagt Wulff. Ein Problem sei, dass die Passagiere jetzt oft über die Straße rannten und "kreuz und quer" gehen müssten, um die Straßenbahn zu erreichen.

Der Umbau soll durch Land, Bund und die BSAG finanziert werden. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) hat angekündigt, dass die öffentliche Hand etwa 16,7 Millionen Euro in das Areal investieren werde. Das Verkehrsunternehmen BSAG spricht insgesamt von einem Aufwand in zweistelligem Millionenbereich. Für die BSAG ist das Depot in Gröpelingen das drittgrößte Drehkreuz der Stadt. Etwa 24.000 Passagiere nutzen täglich die Umsteigeanlagen. Das Projekt wird ebenfalls mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 13. Januar 2020, 6 Uhr