Senvion stellt Betrieb in Bremerhaven zum Jahresende ein

  • Werk in Bremerhaven schließt
  • Servicebereich soll verkauft werden und weiterlaufen
  • Wirtschaftssenatorin Vogt hofft auf eine Transfergesellschaft
Der Schriftzug "Senvion" an einer Fassade.

Der Windanlagen-Hersteller Senvion macht Ende des Jahres in Bremerhaven dicht. Damit verliert die Stadt auch das letzte große Windkraft-Unternehmen. Die Suche nach einem Investor für das insolvente Unternehmen ist gescheitert. Am Nachmittag wurde die Belegschaft informiert. 200 Mitarbeiter am Standort in Bremerhaven könnten ihre Jobs verlieren.

Die Mitarbeiter sind alle sehr deprimiert darüber, dass wir hier nun nicht mehr weiter produzieren. Zehn Jahre am Standort Bremerhaven ist eine lange Zeit und alle sind sehr verunsichert.

Rainer Könemann, Betriebsrat Senvion Bremerhaven

Servicebereich soll weiter laufen

Weitergehen soll es für die Beschäftigten, die die aufgestellten Windanlagen künftig warten: Der Service-Bereich des Unternehmens werde veräußert, sagte der Insolvenzanwalt und Sanierungs-Geschäftsführer von Senvion, Gerrit Hölzle, gegenüber buten un binnen.

Und auch Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hofft, dass Senvion für den Servicebereich einen Käufer findet und dann eine Transfergesellschaft gründet.

Das wäre eine Lösung. Die 180 Beschäftigte, die dort arbeiten, sind überwiegend Facharbeiter, die man dann auch unterbringen kann. Wir arbeiten also darauf hin, dass es diese Transfergesellschaft gibt.

Kristina Vogt, Wirtschaftssenatorin (Die Linke)

Außerdem gibt es laut Vogt noch rund 20 Auszubildende. Die Senatorin wolle sich bemühen, auch für diese Beschäftigten eine Lösung zu finden.

Auch IG Metall fordert Transfergesellschaft

Doreen Arnold
IG-Metall-Sekretärin Doreen Arnold hofft auf eine Transfergesellschaft.

Auch die IG Metall fordert, dass möglichst viele Beschäftigte in eine Transfergesellschaft wechseln können. Ob die finanzierbar ist, steht noch nicht fest. Das sagte IG-Metall-Sekretärin Doreen Arnold am Rande der Versammlung zu buten un binnen.

Wir warten jetzt alle auf den 10. September, wenn die Gläubigerversammlung über die möglichen Investoren informiert wird und abstimmt.

Doreen Arnold, IG-Metall-Sekretärin

Insgesamt arbeiten 1.800 Mitarbeiter an drei Standorten für Senvion. Sie alle wurden am Mittwochnachmittag informiert. Parallel liefen Versammlungen in Bremerhaven, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Im Werk Bremerhaven sind derzeit noch knapp 200 Menschen beschäftigt. Sie bauen Gondeln für den Windpark Borkum Trianel II. Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Daraufhin hatte das Unternehmen von den Bundesländern Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein einen Überbrückungskredit über mehr als 100 Millionen Euro erhalten. So sollten die Geschäfte zunächst fortgeführt werden.

Windanlagenbauer Senvion insolvent

Ein Mitarbeiter geht auf das Gebäude von Senvion zu

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. August 2019, 19:30 Uhr