Darum legt Bremens Bildungssenatorin Bogedan ihr Amt nieder

  • Bildungssenatorin Bogedan hört zum Ende des Schuljahres auf
  • Die Senatorin wird Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung
  • CDU fordert sofortiges Ende des Dienstverhältnisses
Video vom 16. April 2021
Bildungssenatorin Bogedan bei einer Pressekonferenz
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) legt ihr Amt zum Ende des Schuljahres nieder. Das hat Bogedan in einer Presseerklärung bestätigt. Bogedan schreibt, dass sie die Chance bekommen habe, die Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung zu übernehmen. Das wolle sie sehr gerne tun. Bogedan geht davon aus, dass ihre Partei die Nachfolge jetzt zügig klärt.

Bogedan: Corona-Diskussionen kosteten viel Kraft

Die gebürtige Hessin Bogedan ist seit 2015 Senatorin für Kinder und Bildung. Zuletzt hatten ihre Entscheidungen in der Corona-Pandemie immer wieder für hitzige Diskussionen unter Lehrern, Schülern und Eltern gesorgt.

Bogedan hatte wegen ihrer Politik als Senatorin immer wieder viel Kritik einstecken müssen. Während der Pandemie wurde sie öfter angegriffen, weil sie immer wieder für Schulöffnung plädierte und diese in Teilen auch durchsetzte. In ihrer Erklärung schreibt Bogedan, dass die Diskussionen der letzten Monate um den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie alle Akteure viel Kraft gekostet hätten.

Akteure, die vormals zum Beispiel im Bündnis für Bildung gemeinsame Ziele entwickelt haben, stehen sich nun mit unterschiedlichen Interessen gegenüber. Für die Zukunft wird es ganz wesentlich darum gehen, den bildungspolitischen Aufholprozess nun mit ganzer Kraft und mit allen Akteuren gemeinsam zu gestalten. Mit meinem Rücktritt will ich den Weg frei machen, dies unbelastet von den Konflikten und Auseinandersetzungen der Vergangenheit zu tun.

Claudia Bogedan (SPD), Bremens Bildungssenatorin

Sie habe im Moment in einer Art und Weise Politik machen müssen, die eigentlich nicht ihr Stil sei, sagte Bogedan. "Weil ich sie richtig finde."

Ich kann ein geordnetes Haus hier übergeben. Ich habe gute Grundlagen gelegt, wie der weitere Kita- und Schulausbau von statten gehen kann.

Claudia Bogedan (SPD), Bremens Bildungssenatorin

Sie und ihre Familie würden in Bremen bleiben und sie wolle sich auch weiterhin in der SPD engagieren.

Bogedan kehrt zur Hans-Böckler-Stiftung zurück

Bogedan war zwischen 2011 und 2015 schon einmal für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung tätig. Damals leitete sie die Abteilung "Forschungsförderung" und das Referat "Erwerbsarbeit im Wandel". 2015 wurde Bogedan unter dem damaligen Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) Nachfolgerin von Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD).

Nachfolge noch unklar

In einer ersten Reaktion bedauerte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) die Entscheidung Bogedans. Er dankte ihr für ihr "großartiges Engagement für Kinder und Bildung". Bovenschulte kündigte an, dass er jetzt kurzfristig Gespräche führen und dann eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger vorschlagen werde.

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Auch die CDU bedauerte den Rückzug Bogedans. Gleichzeitig forderte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Yvonne Averwerser, aber einen klaren Schnitt. Das Dienstverhältnis müsse jetzt umgehend beendet werden, denn die Unterschriften einer Senatorin auf Abruf seien ab dem heutigen Tag nicht mehr viel wert.

So prägte Bogedan Bremens Bildungspolitik in den letzten 6 Jahren

Video vom 16. April 2021
Bildunssenatorin Claudia Bogedan schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Rückblick: Corona-Politik – Haben Sie sich verrannt, Frau Bogedan?"

Video vom 6. Februar 2021
Das Interview mit Bremens Bildungssenatorin
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. April 2021, 19:30 Uhr