Polizei Bremen löst Treffen von Rechtsextremen auf

Audio vom 5. Juni 2021
Eine Hand hält eine Polizeikelle vor ein Polizeiauto.
Bild: Imago | Rene Traut
Bild: Imago | Rene Traut
  • Polizei Bremen stoppt rechtes Treffen in Walle
  • Viele der 70 Teilnehmer waren mit Auto oder Motorrad angereist
  • Einige trugen Kutten mit der Aufschrift "Radikale Kameraden Bremen"

Die Polizei Bremen hat nach eigenen Angaben am Samstagvormittag ein rechtes Treffen verhindert. Demnach stoppten die Einsatzkräfte in Walle etwa 70 Menschen, einige Teilnehmer waren laut Polizei der rechtsextremen Szene zuzordnen. Die Einsatzkräfte hätten Motorräder, Baseballschläger, zwei CDs mit dem Bild von Adolf Hitler und Pyrotechnik sichergestellt, heißt es in einer Mitteilung weiter.

Den weiteren Angaben zufolge trafen sich die Teilnehmer am Vormittag in der Cuxhavener Straße. Viele reisten demnach mit Autos an, auch etliche Motorradfahrer seien dabei gewesen. Diese hätten Kutten mit der Aufschrift "Radikale Kameraden Bremen" getragen. Am Geländer der Fußgängerbrücke über der Cuxhavener Straße befestigten Vermummte ein Banner mit den Aufdrucken "Kategorie C" und "hungrige Wölfe". Dahinter versammelten sich viele Maskierte und zündeten bengalische Feuer. Die Männer gaben gegenüber den erst eintreffenden Polizisten an, Aufnahmen für ein Modelabel durchführen zu wollen. Die Teilnehmer verließen dann fluchtartig die Örtlichkeit. Die Polizei riegelte aber zwischenzeitlich die Umgebung ab und richtete mehrere Kontrollstellen ein.

Innensenator Mäurer dankt Polizei

Viele Fahrzeuge und mehr als 60 Personen wurden gestoppt und durchsucht. Die Einsatzkräfte fanden und beschlagnahmten unter anderem Baseballschläger, Messer, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, Pyrotechnik und Sturmhauben. Vier Motorräder an denen ohne Genehmigung manipuliert wurde, wurden stillgelegt und abgeschleppt.

Die Polizei Bremen schöpft im Rahmen ihrer Null-Toleranz-Strategie alle rechtlichen Möglichkeiten aus und geht konsequent gegen solche Ansammlungen vor. Eine umfangreiche Auswertung, die Prüfung weiterer Tatbestände sowie die Ermittlungen dauern an.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), sagte der Mitteilung zufolge: "Auch wenn die Ermittlungen noch laufen, hat die Polizei deutlich gemacht, dass Rechtsextreme in dieser Stadt keinen Platz haben. Ich danke der Polizei für ihr schnelles und entschlossenes Vorgehen und den Sicherheitsbehörden, die die rechten Entwicklungen in dieser Stadt ständig im Blick haben."

Rückblick 2020: Extremismus – Verfassungsschutzbericht vorgestellt

Video vom 16. Juli 2020
Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer bei einer Pressekonferenz zum Verfassungsschutzbericht.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Juni 2021, 18 Uhr