Bremer SPD-Parteitag nominiert Bovenschulte als Bürgermeister-Kandidat

  • Bovenschulte erhält 95,9 Prozent Zustimmung
  • Delegierte stimmen auch Koalitionsvertrag mit großer Mehrheit zu
  • Bovenschulte: SPD im Bund und in Europa in der Krise
Spitzenkandidat und zukünftiger Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte zu Gast im buten un binnen-Studio.

Auf dem Landesparteitag der Bremer SPD haben sich die Delegierten mit großer Mehrheit – 95,9 Prozent – für Andreas Bovenschulte als Bürgermeister-Kandidat ausgesprochen. Er erhielt 140 von 146 abgegebenen Stimmen. Es gab drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

"Die SPD ist eine 25-Prozent-Partei. Sie ist im Bund – man könnte auch sagen als Sozialdemokratie in Europa – in der Krise, und wir haben da nicht mehr viel zuzusetzen", sagte Bovenschulte nach seiner Nominierung buten un binnen. Deshalb müsse die SPD die sich abzeichnende rot-grün-rote Koalition zum Erfolg für Bremen und Bremerhaven machen. "Wenn uns das gelingt, dann ist das auch gut für die SPD. Sollte uns das nicht gelingen – wovon ich nicht ausgehe – dann haben wir natürlich ein Problem", sagte Bovenschulte weiter.

Die rot-grün-rote Koalition ist eine riesige Chance. Aber diese Chance müssen wir jetzt auch nutzen, denn eine weitere, die werden wir nicht mehr kriegen.

SPD-Politiker Andreas Bovenschulte.
SPD-Bürgermeister-Kandidat, Andreas Bovenschulte

Kritik, der Koalitionsvertrag habe zu wenig sozialdemokratische Handschrift, wies er zurück. Mit Blick auf die bevorstehende vierjährige Legislaturperiode appellierte der Politiker außerdem an den Teamgeist: Er wolle kein "Bürgermeister einer Wettbewerbskoalition" sein. Nur wenn die Koalition insgesamt gut dastehe, dann stehe auch die SPD gut da. "Wir sind das Bündnis des gesunden Menschenverstandes", so Bovenschulte.

SPD stimmt für Koalitionsvertrag

Ausserordentlicher Bremer SPD-Parteitag
Die Delegierten auf dem SPD-Landesparteitag stimmen über den rot-grün-roten Koalitionsvertrag ab. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Vor der Nominierung Bovenschultes als Bürgermeister-Kandidat hatte der Parteitag bereits mit großer Mehrheit für den rot-grün-roten Koalitionsvertrag gestimmt. Es gab keine Nein-Stimmen, lediglich vier Enthaltungen.

Die Bremer SPD-Chefin Sascha Aulepp hatte zu Beginn des Parteitages noch einmal für den ausgehandelten Vertrag geworben. Die SPD habe die Bürgerschaftswahl krachend verloren, jetzt aber gehe es darum, die Zukunft zu gestalten, so Aulepp.

Rot-Grün-Rot wird kein "Weiter so", sondern ein Aufbruch, ein Neuanfang.

Sascha Karolin Aulepp
Sascha Aulepp

Das neue Bündnis könne Modellcharakter über Bremen hinaus haben, sagte die SPD-Chefin.

Auch Grüne stimmen Koalitionsvertrag zu

Zeitgleich zum SPD-Parteitag hatte auch bei der Landesmitgliederversammlung der Bremer Grünen die Basis das letzte Wort zum Koalitionsvertrag. Sie stimmte ebenfalls mit deutlicher Mehrheit dafür. Es gab nur eine Enthaltung.

Grüne stimmen Koalitionsvertrag und Vorschlägen für Senatorenposten zu

Dietmar Strehl, Anja Stahmann und Maike Schaefer zusammen auf dem Landesparteitag der Grünen. In ihren Händen haben sie alle einen Blumenstrauß.

Bei den Linken läuft nach dem klaren Votum des Parteitags für den Koalitionsvertrag vom Donnerstag jetzt noch eine Mitgliederbefragung. Abstimmen können alle Parteimitglieder, die bis zum Tag vor der Bürgerschaftswahl in die Bremer Linke eingetreten sind. Das Ergebnis wird am 22. Juli bekanntgegeben.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. Juli 2019, 13 Uhr