Bremer Impfkommission hat schon 1.000 Anträge bekommen

  • Mehr Anträge eingegangen, als bearbeitet werden
  • Viele Antragsteller erfüllen Grundvoraussetzungen nicht
  • Am Freitag tagt Kommission erneut
Eine Spritze sticht in einen Arm
Wer schneller geimpft werden will als bislang vorgesehen, muss erstens vorerkrankt sein und darf zweitens noch nicht auf der Prioritätenliste stehen. Bild: DPA | Jussi Nukari

Die Bremer Gesundheitsbehörde wird derzeit von Anträgen auf vorzeitige Corona-Impfungen überrannt. Die neu gegründete Impfkommission hat schon rund 1.000 Anträge von Menschen aus dem Land Bremen erhalten. Getagt hat sie jedoch erst einmal, und zwar am vergangenen Freitag. Da entschied sie, fünf von 15 Anträgen zu bewilligen.

Einen Antrag auf eine vorgezogene Impfung mit Aussicht auf Erfolg können nur bestimmte Menschen stellen. Und zwar jene, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Corona-Infektion haben.

Kriterien für Vorzug oft nicht erfüllt

Diese Voraussetzungen haben viele Menschen jedoch offenbar noch nicht verstanden. Denn dem Gesundheitsressort zufolge stellen viele Menschen einen Antrag, die gar kein Recht darauf haben, vorgezogen zu werden. Darunter seien viele Menschen aus Bremen, die sowieso bald einen Impftermin bekommen.

Es kommen viele Zuschriften, die nicht dem Geist der Impfkommission entsprechen.

Gesundheitsressort-Sprecher Lukas Fuhrmann

"Tatsächlich beobachten wir auch, dass viele derjenigen, die sich auch an uns wenden, Anfang 80 sind", sagt Ressort-Sprecher Lukas Fuhrmann. Sie wären ohnehin demnächst mit der Impfung an der Reihe. Dass die Gesunheitsbehörde bislang noch keine Einladung an über 80-Jährige verschickt habe, sei sehr bedauerlich, so Fuhrmann. "Es liegt weiterhin an dem mangelnden Impfstoff."

Impfkommission trifft sich Freitag erneut

Fuhrmann betont dennoch, dass nur Anträge von Menschen sinnvoll seien, die Vorerkrankungen haben und nicht auf der Prioritätenliste stünden. "Man muss sich immer vor Augen halten, dass wenn ich vorgezogen werde, nehme ich einer anderen Person die Möglichkeit auf eine Impfung und damit auch die Chance, sich vor einer schweren Erkrankung zu schützen", sagt Fuhrmann.

Diesen Freitag will die fünfköpfige Impfkommission zum zweiten Mal zusammenkommen und über weitere Anträge entscheiden.

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