Verliert das Containerterminal in Bremerhaven an Bedeutung?

  • Eurogate und Hamburger Hafen und Logistik AG denken über Fusion nach
  • Bremische Hafenvertretung befürchtet Nachteile für Bremerhaven
  • Beteiligte schweigen über Pläne
Eine Luftaufnahme vom Bremerhavener Containerterminal am Meer.
Wenn Eurogate die Stadt verlässt, wäre das ein herber Schlag für Bremerhaven. Bild: Radio Bremen

Die Bremische Hafenvertretung befürchtet, dass das Containerterminal in Bremerhaven an Bedeutung verlieren könnte. Grund sind Gespräche zwischen Eurogate und der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) über eine mögliche Zusammenarbeit im Containergeschäft. Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium und werden ergebnisoffen geführt, heißt es in einer Mitteilung der HHLA.

Dass es überhaupt solche Verhandlungen gibt, ist aber überraschend. Eurogate und HHLA waren bislang Konkurrenten im Containergeschäft. Wie eine Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen aussehen könnte, ist bislang unklar. Über den Stand der Verhandlungen haben die Beteiligten Schweigen vereinbart. Sowohl die HHLA als auch Eurogate mussten im Zuge der Corona-Pandemie sinkende Umsatzzahlen verkraften. Das könnte ein Grund für die aktuellen Gespräche sein.

Die Bremische Hafenvertretung äußert Bedenken zu den Plänen. Sie befürchtet, dass das Containerterminal in Bremerhaven an Bedeutung zugunsten des Hamburger Hafens oder dem Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven verlieren könnte. Deswegen fordert die Hafenvertretung eine transparente politische Diskussion über die Auswirkungen der Kooperation.

Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) sagte zu buten un binnen, dass die Gespräche nur Sinn machten, wenn die Häfen in Bremen und Bremerhaven gestärkt würden. "Die Gespräche zwischen Eurogate und der HHLA stehen ganz am Anfang."

Gespräche über eine wie auch immer vertiefte Kooperation der deutschen Seehäfen und der Terminalbetreiber machen nur Sinn, wenn im Ergebnis die strategische Wettbewerbsposition der deutschen Seehäfen insgesamt, aber insbesondere natürlich auch die strategische Position der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven gestärkt wird.

Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen (SPD)

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. Juni 2020, 16 Uhr