Urwahl-Schlappe: Linnert tritt nicht bei Bürgerschaftswahl an

  • Fraktionschefin Schaefer setzt sich gegen Karoline Linnert durch
  • Finanzsenatorin zieht Konsequenzen aus verlorener Wahl
  • Wahlbeteiligung lag bei 63,2 Prozent
Die Grüne Maike Schaefer vor einem Sonnenblumenstrauß

Die Bremer Grünen wollen mit Fraktionschefin Maike Schaefer als Spitzenkandidatin in den Bürgerschaftswahlkampf ziehen. Das ist zumindest das Ergebnis der Urwahl, an der sich 722 der knapp 740 Mitglieder in Bremen und Bremerhaven beteiligen konnten.

Für Schaefer stimmten 223 Mitglieder. Auf ihre innerparteiliche Konkurrentin Finanzsenatorin Karoline Linnert entfielen 191 Stimmen. Das sind 53,9 Prozent für Schaefer und 46,1 Prozent für Linnert. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,2 Prozent.

Linnert will Grüne weiterhin unterstützen

Für Linnert läutet die Urwahl-Schlappe wahrscheinlich das Ende ihrer politischen Karriere ein. Sie hatte angekündigt, dass sie für die Bürgerschaftswahl nur kandidieren werde, wenn sie die Urwahl gewinnt. Linnerts Sprecherin Dagmar Bleiker sagte zu buten un binnen, dass Linnert nicht für die Bürgerschaftswahl kandidieren werde. Sie bleibe bis dahin Senatorin und auch in Zukunft "von ganzem Herzen Grüne", so Bleiker weiter. Linnert werde die Partei weiterhin unterstützen.

Das Ergebnis bringt auch die Parteiführung in Bedrängnis. Sie hatte für ein weibliches Spitzentrio aus Linnert, Schaefer und Sozialsenatorin Anja Stahmann geworben. Mit einem Abgang von Linnert käme den Bremer Grünen ihre prominenteste Politikerin abhanden. Karoline Linnert hatte die Partei seit 2003 vier Mal in den Bürgerschaftswahlkampf geführt. Nach herben Einbußen bei der letzten Wahl 2015 stand sie parteiintern allerdings in der Kritik.

Schaefer setzt auf Ökologie und Klimaschutz

Die neue Spitzenkandidatin der Bremer Grünen machte für ihre Wahl vor allem inhaltliche Gründe aus. "Karoline Linnert ist natürlich mit Finanzpolitik eng verbunden. Ich eher mit Ökologie und Klimaschutz. Ich glaube, dass das viele Mitglieder bewegt hat", sagte Maike Schaefer.

Trotz ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin ist Schaefer noch nicht für Listenplatz Eins nominiert. Über die Listenaufstellung entscheiden die Grünen erst am 8. Dezember auf Wahlversammlungen in Bremen und Bremerhaven.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 17. September 2018