Geno-Krise: Senatorin entscheidet bis Monatsende über Konsequenzen

  • Bernhard will personelle und finanzielle Entscheidungen treffen
  • CDU-Forderungen nach einem Rücktritt der Geschäftsführung lehnt sie ab
  • Das Defizit des Krankenhausverbunds könnte auf bis zu 32 Millionen Euro anwachsen
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im Interview mit buten un binnen über die Geno-Misere
Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard sagte, sie schließe personelle Konsequenzen nicht aus, einen Rücktritt der derzeitigen Geno-Geschäftsführung lehnt sie jedoch ab.

Beim kommunalen Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) haben sich die Hiobsbotschaften zuletzt gehäuft, das prognostizierte Minus für dieses Jahr könnte auf bis zu 32 Millionen Euro ansteigen. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) will deshalb bis Ende des Monats entscheiden, wie es mit der Geno finanziell und auch personell weitergeht. Etwas anderes könne man Beschäftigten und Patienten nicht zumuten, sagte sie buten un binnen.

Bernhard will in den nächsten Wochen festlegen, wieviel Geld die Geno bekommt – und ob es personelle Konsequenzen in Form einer neuen Geschäftsführung geben wird. Die Forderungen der CDU nach einem Rücktritt der Geschäftsführung hält Bernhard indes nicht für konstruktiv. "Denn was kommt dann?", fragte die Linkenpolitikerin – kompetente Krankhausmanager würden "nicht von den Bäumen fallen."

Wir haben sehr gutes Personal in der Geno, wir erbringen medizinische Leistungen auf hohem Niveau. Aber auf der anderen Seite stimmt das ganze Management der Gesellschaft nicht, und deswegen sagen wir: Der Fisch stinkt vom Kopf. Wir brauchen eine neue Geschäftsführung der Geno, damit all die Probleme, die wir teilweise schon seit Jahren haben, im Interesse der Mitarbeiter und Patienten endlich gelöst werden.

Thomas Röwekamp
Thomas Röwekamp, CDU-Fraktionsvorsitzender

Vor allem CDU-Fraktionsvorsitz Thomas Röwekamp hatte einen Neuanfang für die Geno gefordert. Er erwarte ein neues Sanierungs- und Medizinkonzept für die Kliniken, einhergehend mit dem Rücktritt der jetzigen Geschäftsführung, so Röwekamp.

Geno-Defizit deutlich höher als angenommen

Zwei Krankenhausbetten

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. November 2019, 19: 30 Uhr