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Pumpt Bremen 100 Millionen Euro zusätzlich in die BLG?

  • Bremer Häfenressort prüft nach Informationen von buten un binnen Möglichkeit einer Kapitalspritze
  • So könnte der Logistik-Konzern vor den Folgen der Corona-Pandemie abgesichert werden
  • Unternehmen bestreitet dies, Ressort Senatorin will Pläne weder bestätigen noch dementieren
BLG-Gebäude in Bremen
Nach Informationen von buten un binnen prüft das Bremer Häfenressort eine Kapitalspritze für die BLG. Bild: DPA | Ingo Wagner

Das Bremer Häfenressort prüft offenbar die Möglichkeit einer Kapitalspritze für den Logistik-Konzern BLG, an dem Bremen mehrheitlich beteiligt ist. Nach Informationen von buten un binnen geht es um 100 Millionen Euro, die über die Bremer Aufbaubank fließen könnten. Mit dem Geld soll die BLG offenbar vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie abgesichert werden.

Nach den Plänen soll das Eigenkapital der BLG um 100 Millionen auf rund 300 Millionen Euro aufgestockt werden. So soll das Hafenunternehmen für den Fall einer drohenden Schieflage während der Corona-Krise gerüstet werden. Ein Sprecher der Häfensenatorin sagte, das Ressort prüfe keine Kapitalspritze für die BLG. Das sei frei erfunden. Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) sagte zu buten un binnen, dass eine Kapitalaufstockung im Moment nicht akut sei. Man werde am Ende des Jahres weiter schauen.

BLG: Unternehmen hat ausreichend Liquidität

Eine Sprecherin der BLG versicherte, das Unternehmen habe ausreichend Liquidität, sodass sie auf keine Zuschüsse angewiesen sei – auch nicht in Form einer Kapitalerhöhung. Zudem gebe es keine Gespräche mit dem Senat über Mittel aus dem Bremen Fonds. Wörtlich sagte die Sprecherin: "Auch wenn die BLG auf Grund der Corona-Krise in diesem Geschäftsjahr mit einem Verlust rechnet, hat das Unternehmen keine Finanzprobleme. Es ist solide aufgestellt."

Der Gesamtumschlag im Hafen war zuletzt nicht so stark eingebrochen wie zunächst befürchtet. Während es beim Containerumschlag einen Rückgang von 4,8 Prozent gab, lag das Minus beim Autoumschlag in den ersten sechs Monaten bei gut 36 Prozent.

Rückblick April: Wie geht es den Bremischen Häfen in der Corona-Krise?

Video vom 8. April 2020
Eine Luftaufnahme eines Hafens.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Dirk Bliedtner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 17. September 2020, 22 Uhr